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Ratgeber Solarthermie: Tipps für 2021 / 2022

Solarthermie stellt eine umweltfreundliche Alternative für die Energieerzeugung dar. Sie nutzt die Kraft der Sonne, um daraus Wärme zu erzeugen. Gerade in Hinblick auf den Klimawandel werden erneuerbare Energiequellen immer wichtiger.

In diesem Ratgeber erklären wir, was eine Solarthermie-Anlage ist, wie diese funktioniert und welche Vor- und Nachteile sie bietet. Außerdem finden Sie Wichtiges zu Kosten, Förderung und den Unterscheidung zu Photovoltaik-Anlagen.

Solarthermie liefert Wärme aus Sonnenenergie

Solarthermie-Anlagen gehören ebenso wie Photovoltaik-Anlagen zu den Solaranlagen. Beide nutzen die Kraft der Sonne. Photovoltaik wandelt die Energie der Sonne in Strom um, während Solarthermie die Sonnenenergie zur Erzeugung von Wärme nutzt. Solarthermie-Anlagen können sowohl zur Warmwasserbereitung als auch zur Erwärmung von Wohnräumen genutzt werden.

Aufbau und Funktionsweise

Solarthermie-Anlagen sind eher komplex aufgebaut. Im Gegensatz zu Photovoltaik-Anlagen muss bei der Solarthermie-Anlage Flüssigkeit transportiert werden. Daher beruht Vieles bei der Solarthermie auf mechanischen Komponenten. Die zwei Hauptkomponenten sind die Solarkollektoren und der Speicher. Sie sind durch ein Rohrsystem miteinander verbunden. Die Kollektoren nehmen die Sonnenstrahlen auf und wandeln sie in Wärme um. Die Wärme wird mit Hilfe der Solarflüssigkeit als Transportmedium durch die Rohre transportiert. Im Solar-Wärmespeicher wird die Wärme aufgenommen und kann anschließend zur Warmwasserbereitung oder Heizungsunterstützung eingesetzt werden.

Vorteile und Nachteile von Solarthermie

Solarthermie-Anlagen nutzen die Energie der Sonne und sind daher nachhaltig, emissionsfrei und gut für das Klima. Aus dem Grund werden sie auch staatlich gefördert. Solarthermie-Anlagen sind mit einer Lebensdauer von bis zu 30 Jahren außerdem sehr langlebig und können den Wärmebedarf von Mai bis September decken. In den Wintermonaten kann sie die Heizkosten um bis zu 20 Prozent senken und spart so eine Menge CO2 ein.

Nachteile von Solarthermie-Anlagen sind unter anderem die Abhängigkeit von der Sonneneinstrahlung und die lange Amortisationsdauer. Je nachdem, wo und wie das Gebäude gebaut wurde, kann die Effizienz variieren. Ein weiterer Nachteil ergibt sich durch die begrenzte Speichermöglichkeit der Wärmeenergie. Ein Überschuss kann nicht, wie bei der Photovoltaik-Anlage, eingespeist werden. Zudem gibt es im Unterschied zur Photovoltaik momentan noch keine vergleichbare Möglichkeit, eine Solarthermie-Anlage zu mieten.

Vorteile
Nachteile
Staatliche Förderungsmöglichkeiten
Nachteile
Abhängigkeit von der Sonneneinstrahlung
Langlebig (Lebensdauer bis zu 30 Jahre) und geringer Wartungsaufwand
Nachteile
Effizienz ist abhängig vom Standort und Gebäude
Einfache Speicherung der Wärme
Nachteile
Begrenzte Speichermöglichkeit
Deckung des Wärmebedarfs von Mai bis September
Nachteile
Keine Mietmöglichkeit
Nachteile
Langsame Amortisation (15-20 Jahre)

 

Photovoltaik oder Solarthermie wählen

Die Entscheidung für eine Solaranlage wirkt sich positiv auf die Energiewende aus und fördert die emissionsfreie sowie effiziente Energiegewinnung. Bevor Sie sich für Solarthermie oder Photovoltaik entscheiden, sollten Sie sich aber die Frage stellen, wozu Sie die Solarenergie nutzen möchten, zur Stromerzeugung oder zur Erwärmung von Wasser und/oder Wohnräumen.

Solarthermie-Anlagen wandeln die Sonnenstrahlen in Heizwärme um und Photovoltaik-Anlagen nutzen sie zur Stromerzeugung. Im Vergleich zu Photovoltaik bestehen bei Solarthermie-Anlagen nicht so viele verschiedene Nutzungsmöglichkeiten. Die PV-Anlage ist zwar um einiges teurer, aber Sie können sie mit verschiedenen anderen Technologien kombinieren. In Verbindung mit einem Stromspeicher und einer Wärmepumpe etwa, lassen sich so gleichzeitig Strom und Heizkosten einsparen.

Es können auch beide Solaranlagen miteinander kombiniert werden. Wenn Sie aber nicht das ausreichende Kapital zur Verfügung haben bzw. wenn die Rendite für Sie im Vordergrund steht, wird immer die PV-Anlage gewinnen.

Kosten und Förderung im Überblick

Bei der Anschaffung einer Solarthermie-Anlage sollten Sie nicht nur die einmaligen Kosten beim Erwerb bedenken, sondern auch die laufenden Kosten, wie Instandhaltung, Reparatur und Versicherung. So zahlen Sie für eine Solarthermie-Anlage, die ausschließlich zur Warmwasserbereitung genutzt werden kann, ca. 4.500 Euro und für eine Anlage zur Heizungsunterstützung ca. 8.000 Euro und mehr. Die laufenden Kosten für eine Solarthermie-Anlage liegen bei etwa 10 bis 20 Euro pro Monat.

Die Anschaffungskosten für eine Solarthermie-Anlage lassen sich durch staatliche Förderungen etwas reduzieren. So bekommen Sie für eine Solarthermie-Anlage zur Warmwasserbereitung 30 Prozent der förderfähigen Kosten bezuschusst, während Sie für eine große Anlage zum Heizen zwischen 30 und 45 Prozent Förderung erhalten, je nachdem mit welcher Heizung die Solarthermie kombiniert wird.

Wenn Sie eine neue Heizung einbauen lassen, die Solarthermie mit anderen erneuerbaren Energien wie etwa mit einer Wärmepumpe oder einer Pelletheizung verbindet, bekommen Sie 35 Prozent Förderung. Wenn Sie vorher mit Öl geheizt haben und jetzt auf eine ökologischere Heizung in Verbindung mit Solarthermie umsteigen, erhalten Sie zusätzlich 10 Prozent, also in dem Fall sogar 45 Prozent der Kostet erstattet.

Solarthermie
Dachfläche
Förderung
Kosten ohne Förderung
Kosten inkl. Förderung
Für Warmwasser (klein)
Dachfläche
ca. 6 m²
Förderung
30 %
Kosten ohne Förderung
ca. 4.500 Euro
Kosten inkl. Förderung
3.200 Euro
Für Warmwasser und Heizung (klein)
Dachfläche
ca. 15 m²
Förderung
30 - 45 %
Kosten ohne Förderung
ca. 8.000 Euro
Kosten inkl. Förderung
4.500 - 5.600 Euro

 

Für Warmwasser: Ab 4.500 € für 140 m²

Eine Solarthermie-Anlage zur Warmwasserbereitung kostet circa 4.500 Euro für ein durchschnittliches Einfamilienhaus mit 140 m² Wohnfläche. Die Preise für Solarkollektoren sind in den letzten Jahren größtenteils konstant geblieben. Wenn Sie sich fragen, wie viel Kollektorfläche Sie benötigen, können Sie sich grob an folgender Faustregel orientieren: für Warmwasser benötigen Sie 1,5 m² Kollektorfläche pro Person, also 6 m² für einen Vier-Personen-Haushalt. Eine solche Anlage kostet zwischen 4.500 und 6.500 Euro ohne Förderung.

Zum Heizen: Ab 8.000 € für 140 m²

Möchten Sie die Solarthermie-Anlage für Heizung und Warmwasser nutzen, brauchen Sie schon eine etwas größere Anlage. Die Faustregel hier lautet: 3 m² Flachkollektor pro Person, das bedeutet für eine durchschnittliche vierköpfige Familie werden ca. 16 m² Kollektorfläche benötigt. Soll die Solarthermie auch für die Heizung genutzt werden, ist die Kollektorfläche aber auch vom energetischen Zustand des Hauses abhängig. Darum sollte die Dimensionierung von einem Fachmann vorgenommen werden. Bei einem 140 m² großen Einfamilienhaus können Sie von Kosten zwischen 8.000 und 10.000 Euro ausgehen.

Solarthermie-Pflicht in Deutschland

Das Gebäudeenergiegesetz (GEG) schreibt für bestehende öffentliche Nichtwohngebäude in der Nutzung von Solarthermie einen Mindestanteil von 15 Prozent vor. Sonstige bestehende Gebäude entfallen dieser Pflicht, wobei jedes Bundesland das Recht hat, diese einzuführen. Ab dem 1. November 2021 gilt aber ein Niedrigenergiestandard für alle Neubauten. Somit darf der Gesamtenergiebedarf des Hauses einen festgeschriebenen Höchstwert nicht überschreiten. Der Wärme- und Kälteenergiebedarf muss anteilig durch die Nutzung erneuerbarer Energien gedeckt werden.

Photovoltaik statt Solarthermie einbauen

Photovoltaik bietet im Gegensatz zur Solarthermie diverse Vorteile. Laut dem neuen Gebäudeenergiegesetz ist die Anrechnung von Strom aus erneuerbaren Energien und der gebäudenahen Stromerzeugung als Effizienzmaßnahme möglich. Somit kann die Photovoltaik-Anlage zur anteiligen Deckung des Energiebedarfs genutzt werden. Zusätzlich ist es möglich den Solarstrom vom Jahres-Primärenergiebedarf abzuziehen.

Photovoltaik-Anlagen sind durch die Umwandlung in Strom außerdem individuell nutzbar und können z.B. auch für das Aufladen eines Elektroautos genutzt werden. Weiterhin haben Sie die Möglichkeit überschüssige Energie ins Netz einzuspeisen und eine Vergütung dafür zu erhalten. Darüber hinaus besteht bei DZ-4 die Möglichkeit, PV-Anlagen zu mieten, wenn nicht ausreichend Kapital vorhanden ist.

Wann lohnt sich Solarthermie?

Die Entscheidung für eine Solarthermie-Anlage sollte getroffen werden, wenn der Wärmebedarf sehr hoch ausfällt. Je höher die Heizkosten, desto eher lohnt sich eine Solarthermie-Anlage. In der nachfolgenden Tabelle wird ein Beispiel mit einem Wärmebedarf von 28.000 Kilowattstunden pro Jahr dargestellt.

Wärmebedarf
Solarthermie
Einsparungen bei Heizöl
Einsparungen bei Erdgas
28.000 kWh pro Jahr
Solarthermie
Für Warmwasser
Einsparungen bei Heizöl
ca. 130 € pro Jahr
Einsparungen bei Erdgas
ca. 120 € pro Jahr
28.000 kWh pro Jahr
Solarthermie
Zum Heizen
Einsparungen bei Heizöl
ca. 350 € pro Jahr
Einsparungen bei Erdgas
ca. 320 € pro Jahr

 

Im Neubau mit Öl- oder Gasheizungen

In Neubauten stellt sich die Situation etwas anders dar. Wenn Sie eine konventionelle Heizung mit Gas oder Öl einbauen lassen möchten, sind Sie im Neubau zum Einbau einer Solarthermie-Anlage verpflichtet. Hierbei geht es aber in erster Linie darum die Vorgaben des GEG zu erfüllen. Zwar werden sich auch Ihre Heizkosten etwas verringern, sehr viel wirtschaftlicher ist im Neubau aber der Einbau einer Wärmepumpe, idealerweise in Verbindung mit Photovoltaik.

Im Altbau bei hohen Heizkosten

Im Gegensatz zu einem Neubau mit geringem Wärmebedarf würde sich eine Solarthermie-Anlage in einem Altbau bei hohen Heizkosten deutlich eher rentieren. Dafür müssten Sie dann aber auch die größere Anlage für die Heizungsunterstützung wählen. Im Prinzip lässt sich jede bestehende Heizung mit Solarthermie verbinden. Besonders oft werden sie mit Gas- oder Ölheizungen kombiniert, aber auch die Pelletheizung und die Wärmepumpe lassen sich mit Solarthermie koppeln.

Je nachdem, wie der energetische Zustand des Gebäudes ist, können Sie bis zu 20 Prozent der Heizkosten durch Solarthermie einsparen. Wenn Ihr Haus allerdings denkmalgeschützt ist oder zu wenig geeignete Dachfläche aufweist, ist von einer Solarthermie-Anlage im Bestand eher abzuraten.

DZ-4 Fazit zu Solarthermie

Die Entscheidung für eine Solaranlage lohnt sich allein schon in Bezug auf die Umwelt und das Klima. Bei der Frage Solarthermie oder Photovoltaik kann allerdings schwer eine pauschale Empfehlung getroffen werden, da viele Faktoren die Wahl beeinflussen. So kommt es z.B. immer darauf an, was Sie mit der Sonnenenergie anfangen möchten. Aber auch Kriterien wie Zustand des Gebäudes oder Größe und Ausrichtung des Daches sind wichtig.

Für die Solarthermie-Anlage sprechen ihr geringer Anschaffungspreis und eine Einsparung bei den Heizkosten. Auf der anderen Seite amortisiert sie sich aber auch nicht so schnell wie eine PV-Anlage und es besteht keine Möglichkeit der Einspeisung. Beide sparen CO2 Emissionen ein und tragen zum Umweltschutz bei, die finanziellen Einsparungen sind bei der Solarthermie aber in der Regel überschaubar.

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