Der Wechselrichter für Photovoltaik – eine Einführung

Wechselrichter gehören zu den wichtigsten Komponenten einer funktionierenden Photovoltaik-Anlage. Viele Personen interessieren sich heute zwar für eine eigene PV-Anlage, sind mit den technischen Details aber nicht gut vertraut - deshalb haben wir für Sie einen allgemeinen Überblick über die Funktionsweise, Größe, Preise und Lebensdauer von Wechselrichtern erstellt.

Was ist ein Wechselrichter?

Der Wechselrichter ist zentraler Bestandteil einer jeden Photovoltaik-Anlage, denn er wandelt den gewonnenen Gleichstrom in nutzbaren Wechselstrom um. Auf diese Weise kann der Strom aus der eigenen Photovoltaik-Anlage direkt im Haushalt verwendet oder in das öffentliche Stromnetz eingespeist werden. Über die gesamte Lebensdauer einer Photovoltaik-Anlage benötigen Sie vermutlich mehrere Wechselrichter, sodass es nicht schaden kann, sich mit den allgemeinen Informationen auszukennen. Alles Wichtige zu Haltbarkeit, üblichen Preisen, Bauweisen und Aufstellung von Wechselrichtern erfahren Sie deshalb hier.

Arten, Bauweisen und Größen

Es gibt verschiedene Arten von Wechselrichtern, welche sich für Photovoltaik-Anlagen mit unterschiedlichen Größen anbieten. Für den privaten Gebrauch im Eigenheim werden jedoch fast immer Modul-Wechselrichter (für Anlagen bis 30 Quadratmeter) verwendet. Diese sind sehr kompakt und können leicht montiert werden. Bei etwas größeren Anlagen (ab 30 Quadratmeter und mit mehr als 7 kWp) oder wenn Leistungsverluste minimiert werden sollen, können auch Strang-Wechselrichter zum Einsatz kommen, welche durch eine einfache Umwandlung effizienter arbeiten. Die Mehrkosten für einen Strang-Wechselrichter lohnen sich jedoch erst bei größeren Anlagen, welche im Normalfall nicht bei Eigenheimen installiert werden.

Für besonders große Photovoltaik-Anlagen (mit Leistungen im Megawatt-Peak Bereich), wie Sie z. B. von Stromerzeugern betrieben werden, können Zentral-Wechselrichter verwendet werden. Hier gibt es nur minimale Leistungsverluste und ein Zentral-Wechselrichter ist deutlich günstiger als mehrere Strang-Wechselrichter. Bei einem Defekt oder einer Beschädigung des Zentral-Wechselrichters kommt es jedoch zu einem Totalausfall der Anlage.

Einsatzort
Vorteile
Modul-Wechselrichter
Einsatzort
Private Photovoltaik-Anlagen mit einer geringen Leistung (bis 7 kWp)
Vorteile
Günstig, schnelle und einfache Installation
Strang-Wechselrichter
Einsatzort
Kleine gewerbliche Photovoltaik-Anlagen (ab 7 kWp)
Vorteile
Vergleichsweise geringe Leistungsverluste
Zentral-Wechselrichter
Einsatzort
Große gewerbliche Photovoltaik-Anlagen (bis zu 1 mWp und mehr)
Vorteile
Sehr geringe Leistungsverluste, günstiger als mehrere Strang-Wechselrichter

Wechselrichter für Stromspeicher

Mit einem Stromspeicher können Sie den Strom aus Ihrer Photovoltaik-Anlage auch in den Abend- und Nachtstunden im Haushalt nutzen (auch hier wird ein Wechselrichter benötigt). Dabei gibt es unterschiedliche Weisen, auf welche der Stromspeicher mit dem Wechselrichter gekoppelt werden kann. Im Allgemeinen unterscheidet man zwischen AC-Kopplung, DC-Kopplung und Hybridsystemen.

Vorteil
Nachteil
AC-Kopplung
Vorteil
Kann einfach in bestehende Photovoltaik-Anlage integriert werden
Nachteil
Vergleichsweise hohe Leistungsverluste durch doppelte Umwandlung
DC-Kopplung
Vorteil
Vergleichsweise geringe Leistungsverluste durch einfache Umwandlung
Nachteil
Integration in bestehende Photovoltaik-Anlage nur mit großem Aufwand möglich
Hybridsystem
Vorteil
Geringe Leistungsverluste & kann leicht in bestehende Anlage integriert werden
Nachteil
Vergleichsweise hohe Kosten für ein modernes Hybridgerät

Passenden Wechselrichter auswählen

Einen passenden Wechselrichter ohne das entsprechende Know-how auszuwählen ist fast unmöglich. Hersteller, Leistung, Wirkungsgrad und viele andere Faktoren spielen bei der Entscheidung für einen bestimmten Wechselrichter eine zentrale Rolle. Am besten lassen Sie sich durch einen Experten beraten, der das richtige Gerät für Ihre Photovoltaik-Anlage finden kann. Wenn Sie eine Photovoltaik-Anlage mieten, dann wird der Anbieter Ihnen gleich den richtigen Wechselrichter für Ihre Anlage installieren, sodass Sie sich keine Gedanken machen müssen.

 

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Übliche Preise für Wechselrichter

Die konkreten Kosten für einen Wechselrichter sind natürlich von verschiedenen Faktoren wie dem Hersteller, der Leistung und dem Wirkungsgrad des Gerätes abhängig. Ganz grob lassen sich für den privaten Gebrauch - bei kleinen Photovoltaik-Anlagen (bis etwa 7 Kilowatt-Peak) - Kosten in Höhe von 500 bis 2.000 Euro veranschlagen. Wenn Sie einen Wechselrichter mit besonders hohem Wirkungsgrad installieren möchten, können die Kosten auch deutlich höher liegen. Bei kleinen Photovoltaik-Anlagen sind diese Mehrkosten jedoch nicht wirtschaftlich sinnvoll.

Kosten
Wechselrichter kaufen (inkl. Einbau)
Kosten
500–2.000 €
Wechselrichter reparieren lassen
Kosten
400–800 €
Wechselrichter prüfen lassen
Kosten
100–200 €
Gesamtkosten für Wechselrichter über Lebensdauer der Photovoltaik-Anlage
Kosten
ca. 10 % der Anschaffungskosten der Anlage

Defekten Wechselrichter tauschen

Selbst bei der richtigen Installation ist die Lebensdauer eines Wechselrichters deutlich geringer als die einer Photovoltaik-Anlage. Perspektivisch werden Sie also mehrere Wechselrichter für Ihre PV-Anlage benötigen.  In einigen Fällen kann ein Wechselrichter natürlich auch schon deutlich vor seiner angegebenen Lebensdauer einen Defekt erleiden, das verursacht dann ungeplante Mehrkosten.

Ganz allgemein sollten Sie für neue Wechselrichter (inkl. Einbau) jedoch Kosten in Höhe von etwa 10 Prozent der Anschaffungskosten Ihrer Photovoltaik-Anlage einplanen. Bei einer PV-Anlage zur Miete lassen sich diese Kosten und die finanzielle Unsicherheit vermeiden. Hier sind alle Kosten inkl. Ersatzteil-Service und Instandhaltung der Anlage schon über die monatliche Miete abgedeckt.

Aufstellung, Temperaturen und Haltbarkeit

Die Haltbarkeit eines Wechselrichters ist maßgeblich von der richtigen Aufstellung abhängig. So wird er nicht einfach zusammen mit den Solarmodulen auf dem Dach installiert, sondern sollte unter ganz bestimmten Bedingungen angebracht werden. Hohe Temperaturen, direkte Sonneneinstrahlung und andere Umwelteinflüsse müssen dabei vermieden werden.

Der richtige Ort für die Installation (Temperaturen)

Im Regelfall kann der Wechselrichter in jedem trockenen, kühlen Kellerraum mit guter Belüftung installiert werden. Eine gute Umlüftung und niedrige Temperaturen sind wichtig, da das Gerät selbst hohe Abwärme erzeugen kann. Feuchtigkeit, direkte Sonneneinstrahlung und Frost sollten so gut wie möglich vermieden werden, um vorzeitige Defekte zu verhindern. Wenn Sie unsicher sind, wo Sie Ihren Wechselrichter installieren sollen, kann es durchaus sinnvoll sein, einen Experten (z. B. einen Solarinstallateur) zu befragen.

Lebensdauer von Wechselrichtern

Unter optimalen Bedingungen wird die Lebensdauer von Wechselrichtern mit 10 bis 15 Jahren angegeben. Das bedeutet, dass Sie selbst ohne vorzeitige Defekte 2 bis 3 Wechselrichter für Ihre Photovoltaik-Anlage einplanen sollten. Das Austauschen gegen einen neuen Wechselrichter ist im Normalfall allerdings recht simpel und kann von einer fachkundigen Person ohne Probleme durchgeführt werden. Die Kosten liegen wie bereits erwähnt bei etwa 500 bis 2.000 Euro pro Wechselrichter.

Kaputten Wechselrichter erkennen

In den meisten Fällen haben moderne Wechselrichter eine LED-Anzeige, welche Auskunft über mögliche Defekte oder Probleme geben kann. Wenn Ihre Photovoltaik-Anlage also plötzlich keinen Strom mehr erzeugt, kann es sinnvoll sein, den Wechselrichter zu überprüfen. Bei Geräten ohne LED-Anzeige kann der Laie leider nicht viel ausrichten. Hier muss meist ein Experte ran, welcher mit dem entsprechenden Spezialwerkzeug helfen kann. Bei einer Photovoltaik-Anlage zur Miete wird Ihre Anlage inkl. aller Geräte übrigens stets überwacht. So weiß der Anbieter meist schon vor Ihnen, wenn ein Defekt vorliegt und kümmert sich um eine schnelle Lösung - ohne dass für Sie Zusatzkosten entstehen.

Haftung und Garantie seitens der Hersteller

Die Herstellergarantie für einen Wechselrichter liegt bei den meisten Herstellern bei etwa 5 Jahren. Häufig kann die Garantie gegen einen Aufpreis zwar verlängert werden, aber das muss nicht immer sinnvoll sein. Lesen Sie sich die Garantiebedingungen vorher aufmerksam durch, um festzustellen, ob sich eine Verlängerung für Sie lohnt. Alternativ können Sie Ihren Wechselrichter auch über eine herstellerunabhängige Garantie absichern. Am besten sind Sie allerdings mit einer Photovoltaik-Anlage zur Miete abgesichert. Hier übernimmt der Anbieter die volle Haftung für die gesamte Laufzeit der Miete und tauscht defekte Wechselrichter ohne Zusatzkosten aus.

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