Dachvermietung: Größe, Einnahmen und Alternativen für 2020

Die eigene Dachfläche vermieten und von einem Anbieter regelmäßige Zahlungen erhalten – das Konzept der Dachvermietung hört sich für Eigenheimbesitzer nach einer attraktiven Möglichkeit zur Nutzung der eigenen Dachfläche an. Doch lohnt sich eine Dachvermietung auch 2020 noch? Alle wichtigen Fakten zu Einnahmen, Voraussetzungen, Wirtschaftlichkeit und der richtigen Dachgröße finden Sie im Folgenden.

Was ist eine Dachvermietung?

Bei der Dachvermietung können Eigenheimbesitzer die eigene ungenutzte Dachfläche an einen externen Anbieter vermieten. Diese Fläche wird dann zur Installation einer Photovoltaik-Anlage genutzt, welche Solarstrom erzeugt, der dann in das öffentliche Netz eingespeist wird.

Die Besitzer des Gebäudes bekommen dafür entweder eine einmalige oder eine jährliche Zahlung. Manchmal wird auch eine kostenlose Dachsanierung als Ausgleich angeboten. Obendrein kann der Solarstrom von der vermieteten Dachfläche häufig auch sehr günstig direkt bezogen werden.

Rückblick auf die Geschichte

Bis vor einigen Jahren war die Dachvermietung ein Modell, von dem Eigenheimbesitzer in Deutschland wirklich profitieren konnten. 2005 lag die Einspeisevergütung für Solarstrom zum Beispiel bei etwa 50 Cent pro Kilowattstunde (auf 20 Jahre festgeschrieben). Selbst auf fremden Dächern inklusive Mietzahlungen war die Installation einer Photovoltaik-Anlage damit ein lohnendes Geschäft.

Mittlerweile liegt die Einspeisevergütung jedoch bei unter 8 Cent pro Kilowattstunde für große Anlagen bzw. bei rund 9 Cent für durchschnittlich große Photovoltaik-Anlagen auf Eigenheim-Dächern. Damit ist es in den meisten Fällen sehr unwirtschaftlich geworden, zusätzliche Dachflächen für den Bau von Solaranlagen anzumieten. Diese Entwicklung war initial genauso vorgesehen, um den Ausbau der Solarenergie anzukurbeln, bis die Anschaffungskosten deutlich fallen (was mittlerweile eingetreten ist).

Einspeisevergütung für Anlagen bis 10 kWp (Cent / kWh)
Einspeisevergütung für Anlagen bis 40 kWp (Cent / kWh)
Einspeisevergütung für Anlagen bis 100 kWp (Cent / kWh)
01.01.2005
Einspeisevergütung für Anlagen bis 10 kWp (Cent / kWh)
54,53 Cent
Einspeisevergütung für Anlagen bis 40 kWp (Cent / kWh)
51,87 Cent
Einspeisevergütung für Anlagen bis 100 kWp (Cent / kWh)
51,30 Cent
01.01.2010
Einspeisevergütung für Anlagen bis 10 kWp (Cent / kWh)
39,14 Cent
Einspeisevergütung für Anlagen bis 40 kWp (Cent / kWh)
37,23 Cent
Einspeisevergütung für Anlagen bis 100 kWp (Cent / kWh)
35,23 Cent
01.01.2015
Einspeisevergütung für Anlagen bis 10 kWp (Cent / kWh)
12,55 Cent
Einspeisevergütung für Anlagen bis 40 kWp (Cent / kWh)
12,22 Cent
Einspeisevergütung für Anlagen bis 100 kWp (Cent / kWh)
10,92 Cent
01.01.2020
Einspeisevergütung für Anlagen bis 10 kWp (Cent / kWh)
9,87 Cent
Einspeisevergütung für Anlagen bis 40 kWp (Cent / kWh)
9,59 Cent
Einspeisevergütung für Anlagen bis 100 kWp (Cent / kWh)
7,54 Cent
01.04.2020
Einspeisevergütung für Anlagen bis 10 kWp (Cent / kWh)
9,44 Cent
Einspeisevergütung für Anlagen bis 40 kWp (Cent / kWh)
9,18 Cent
Einspeisevergütung für Anlagen bis 100 kWp (Cent / kWh)
7,21 Cent

 

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Überblick: Dachvermietung 2020

Im März 2020 liegt die Einspeisevergütung für große Photovoltaik-Anlagen auf Nichtwohngebäuden bei unter 8 Cent pro Kilowattstunde. Der stetige Abwärtstrend der letzten Jahre hat die Wirtschaftlichkeit von Dachvermietungen deutlich negativ beeinflusst. Auf den vergleichsweise kleinen Dächern von Einfamilienhäusern lohnt sich eine Dachvermietung nicht mehr.

Heutzutage wird ein echter Gewinn bei großen Solaranlagen auf Freiflächen auch nicht mehr durch die Einspeisevergütung, sondern durch die sehr geringen Kosten bei der Strom-Erzeugung erzielt. Richtig dimensioniert, ist ein großer Solarpark damit eine echte Konkurrenz für Atom- oder Kohlekraftwerke. Eigenheimbesitzer/innen hingegen sollten sich nach Alternativen umsehen, um eine Solaranlage wirtschaftlich sinnvoll zu nutzen, und eher auf einen hohen Eigenverbrauch des vor Ort produzierten Stroms setzen.

Die richtige Dach-Größe

Für eine wirtschaftliche Dachvermietung werden heutzutage 600 Quadratmeter oder mehr an nutzbarer Dachfläche benötigt (ein Einfamilienhaus hat etwa 30 bis 70 m²). Eine größere Scheune mag daher gerade noch in Frage kommen, aber meist werden nur noch sehr große Ställe oder Gewerbehallen für die Dachvermietung genutzt. Das typische Einfamilienhaus ist also für die Dachvermietung nicht geeignet.

Dachfläche
Eignung zur Dachvermietung
Einfamilienhaus / Mehrfamilienhaus
Dachfläche
weniger als 600 m²
Eignung zur Dachvermietung
nicht geeignet
Scheune / kleine Lagerhalle
Dachfläche
mehr als 600 m²
Eignung zur Dachvermietung
in einigen Fällen geeignet
große Lagerhalle / Industriegebäude
Dachfläche
mehr als 1.000 m²
Eignung zur Dachvermietung
gut zur Dachvermietung geeignet

Vergütung oder Dachsanierung

2020 müssen sich Hausbesitzer/innen zwischen verschiedenen Vergütungsarten bei der Dachvermietung entscheiden. Es gibt einmalige Zahlungen im Bereich von 4.000 bis 9.000 Euro, die eine Nutzungsdauer von 20 Jahren abdecken. Oder es wird jährlich abgerechnet, dann bekommen sie für die vermietete Dachfläche rund 5 Prozent Gewinnbeteiligung oder 2 bis 5 Euro pro Quadratmeter. Schließlich wird in einigen Fällen auch eine kostenlose Dachsanierung angeboten, womit dann alle weiteren Ansprüche abgegolten wären.

Einnahmen / Vorteile
Einmalzahlung
Einnahmen / Vorteile
4.000–9.000 €
Prozentuale Gewinnbeteiligung
Einnahmen / Vorteile
bis zu 5 Prozent Gewinnbeteiligung
Miete pro m²
Einnahmen / Vorteile
2–5 € pro m² (jährlich)
Kostenlose Dachsanierung
Einnahmen / Vorteile
Dachsanierung, keine weiteren finanziellen Ansprüche

Wirtschaftlichkeit der Dachvermietung

Zuvor wurde bereits gesagt, dass meist nur noch Dachflächen ab 600 Quadratmeter oder mehr vermietet werden können. Für Eigenheimbesitzer ist eine Dachvermietung daher keine Option mehr. Für die Berechnung der Wirtschaftlichkeit möchten wir jedoch einmal hypothetisch ermitteln, was Sie theoretisch verdienen könnten: Vermieten Sie als Privatperson rund 40 Quadratmeter Dachfläche, dann wären das bei 3 Euro pro Quadratmeter etwa 120 Euro im Jahr und 2.400 Euro in 20 Jahren.

Ob sich bei einer großen Dachflächen mehr lohnt, diese zu vermieten oder eine Solaranlage zu kaufen, hängt davon ab, zu welchen Konditionen Sie einen Kredit bei der Bank bekommen. Bei guten Bedingungen ist eine eigene gekaufte Anlage meist lukrativer, aber das lässt sich nicht pauschal für jeden Fall sagen. Das finanzielle Risiko ist beim Kauf einer eigenen Anlage in jedem Fall höher als bei der Dachvermietung.

Erfahrungen aus dem Internet

Im Internet gibt es einen regen Austausch zum Thema Dachvermietung und Erfahrungen aus der Praxis. Besonders Landwirte sind sich dabei im Allgemeinen einig, dass sich eigene Investitionen mehr lohnen als die Vermietung der Dachflächen. Sind diese Flächen nämlich erst einmal an Dritte vergeben, haben diese 20 Jahre lang die Nutzungsrechte daran und eine eigene PV-Anlage lässt sich dann nicht mehr realisieren.
Es gibt selbstverständlich auch negative Erfahrungen mit gekauften PV-Anlagen, besonders, wenn viele Schäden an Wechselrichtern aufgetreten sind. In solchen Fällen sieht es mit der Wirtschaftlichkeit bei eigenem finanziellen Risiko eher problematisch aus.

Vorteile
Nachteile
Eigene PV-Anlage (gekauft)
Vorteile
  • sehr hohe Rendite möglich
  • Rechte an eigener Dachfläche bleiben erhalten
Nachteile
  • hohe Investitionskosten
  • negative Erfahrungen bei häufigen Schäden an Wechselrichtern
Dachvermietung
Vorteile
  • keine große Investition nötig
  • eigene Dachfläche kann profitabel genutzt werden
Nachteile
  • Rechte an eigener Dachfläche für bis zu 20 Jahre an Dritte vergeben
  • Gewinnbeteiligung durch gesunkene Einspeisevergütung nicht mehr besonders profitabel

 

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Alternativen zur Dachvermietung

Wenn Sie als Eigenheimbesitzer 2020 Geld mit einem ungenutzten Dach verdienen möchten, haben Sie insgesamt drei Optionen, die sich deutlich mehr lohnen als die Dachvermietung. Zum einen können Sie eine eigene Photovoltaik-Anlage kaufen bzw. über einen Kredit finanzieren. Alternativ kann eine Solaranlage gemietet werden. Sollte auch das nicht gewünscht sein, bietet sich noch der Beitritt in eine sogenannte Energiegemeinschaft an, um Solarstrom zu erzeugen und damit Geld zu verdienen.

Vorteile
Nachteile
Photovoltaik-Anlage kaufen
Vorteile
  • hohe Rendite möglich
Nachteile
  • große Investition nötig
  • finanzielles Risiko wird selbst getragen
Photovoltaik-Anlage mieten
Vorteile
  • keine Investitionskosten
  • fixe Kosten sind gut kalkulierbar
  • alle Services im Mietpreis enthalten & von einem Anbieter beziehbar
Nachteile
  • Rendite ggf. geringer als bei gekaufter Anlage
Energiegemeinschaft
Vorteile
  • kein Risiko
  • Vergütung + geringe Stromkosten
Nachteile
  • Nutzungsrechte an der eigenen Dachfläche werden abgegeben
  • kommt bei kleinen Dachflächen häufig nicht mehr in Frage

Eigene Solaranlage mieten

In Hinblick auf die Wirtschaftlichkeit, ist eine gemietete Solaranlage die beste Möglichkeit, um mit kleinen Dachflächen und ohne Risiko Geld zu verdienen. Der Ertrag ergibt sich dabei vor allem aus den eingesparten Stromkosten durch einen hohen Eigenverbrauch. Ein weiterer Vorteil ist, dass alle Leistungen rund um die Photovoltaik-Anlage bereits in den Mietkosten enthalten sind und von einem Anbieter bezogen werden können. Dadurch fallen keine Extrakosten für Versicherungen, Wartung oder Reparaturen an. Die Miete einer Solaranlage für Ihr Eigenheim ist bei DZ-4 bereits ab 59 Euro im Monat möglich.

Eigene Solaranlage kaufen

Der Kauf einer eigenen Photovoltaik-Anlage für ein Einfamilienhaus wird Sie 9.000 bis 13.000 Euro kosten, mit Stromspeicher sogar noch mehr (ab 16.000 Euro). Wer ohnehin Geld investieren möchte oder einen zinsgünstigen Kredit bekommt, sollte den Kauf einer Solaranlage in Betracht ziehen. Bei einem normalen Einfamilienhaus sind die Kosten und Risiken gut kalkulierbar. Dennoch kann es auch sinnvoll sein die eigene Liquidität bewahren zu wollen, um finanziell flexibel zu bleiben. Dann kann die Solaranlage zur Miete eine gute Alternative sein.

Teil einer Energiegemeinschaft werden

Speziell für Photovoltaik gibt es sogenannte Energiegemeinschaften, die teilweise sehr solidarisch, aber auch wirtschaftlich orientiert agieren. Das Modell ist der Dachvermietung sehr ähnlich, es wird jedoch ein stärkerer Fokus auf günstigen Ökostrom für den Eigenverbrauch gelegt. Auch hier sei darauf hingewiesen, dass die Energiegemeinschaften eher an größeren Dachflächen orientiert sind.

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