Ratgeber Solaranlagen - ein Überblick zum Thema

Durch den Einsatz moderner Solaranlagen lässt sich die Energie der Sonne nutzen, um kostengünstig und umweltfreundlich Strom und Wärme für das Eigenheim zu gewinnen. Vor der Anschaffung einer Solaranlage ist es jedoch sinnvoll, sich umfassend zu informieren. So finden Sie das wirtschaftlichste Produkt für Ihre Immobilie und Ihren Energiebedarf.

In unserem Ratgeber haben wir Ihnen deshalb alle wichtigen Themen zu den verschiedenen Bauarten und Kosten sowie zur Wirtschaftlichkeit von Solaranlagen zusammengetragen. Erfahren Sie jetzt alles zu den Vorteilen, Nachteilen und Unterschieden von Photovoltaik- und Solarthermie-Anlagen.

Solaranlagen: Allgemeines und Bauarten

Tagtäglich wird die Erde von der Sonne mit großen Energiemengen von bis zu 1,4 kWh pro Quadratmeter versorgt. Auf diese Weise erreichen jeden Tag Energiemengen unseren Planeten, welche ausreichen würden, um den jährlichen Energiebedarf aller Menschen abzudecken.

Solaranlagen wandeln diese Energie um und machen sie für Haushalte nutzbar. Im Allgemeinen wird dabei zwischen Photovoltaik-Anlagen (PV-Anlagen) und Solarthermie-Anlagen unterschieden. PV-Anlagen wandeln die Energie der Sonne in Strom um, während Solarthermie-Anlagen die Strahlungsenergie der Sonne nutzen, um Heizwärme zu erzeugen. Beide Bauarten unterscheiden sich jedoch nicht nur in ihrem Anwendungszweck. Auch Kosten, Wirtschaftlichkeit und Fördermöglichkeiten sind vom jeweiligen Typ der Solaranlage abhängig.

 

Photovoltaik für Strom

Photovoltaik-Anlagen wandeln die Energie der Sonnenstrahlen in elektrischen Strom um. Dieser kann dann eingesetzt werden, um elektrische Geräte zu betreiben, ein Elektroauto aufzuladen oder gegen eine Einspeisevergütung in das öffentliche Stromnetz eingespeist zu werden. Sie profitieren also auch von Ihrer PV-Anlage, wenn Sie den produzierten Strom nicht vollständig selber nutzen.

Solarthermie für Wärme

Auch Solarthermie-Anlagen machen sich die Strahlungsenergie der Sonne zunutze. Hierbei wird die Energie der Sonne in Wärmeenergie umgewandelt, welche zum Beheizen des Wohnraums und zur Warmwasserbereitung eingesetzt wird. Überschüssige Heizwärme können Sie allerdings nicht verkaufen, sodass die gewonnene Wärme nur zum Eigenverbrauch geeignet ist. Bei der Dimensionierung einer Solarthermie-Anlage wird deshalb stets auf den realen Heizwärmebedarf der entsprechenden Immobilie geachtet.

 

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Kosten für Solaranlagen im Vergleich

Die genauen Kosten für eine Solaranlage sind primär von der Art, der Größe und eventuellem Zubehör abhängig. Gewisse Basiskosten fallen bei jeder Installation an, weshalb größere Anlagen im Schnitt günstiger pro Quadratmeter sind. Ganz allgemein lässt sich jedoch sagen, dass eine Solarthermie-Anlage mit 4.500 bis 8.000 Euro in der Anschaffung günstiger als eine Photovoltaik-Anlage mit 9.000 bis 12.000 Euro ist (jeweils inkl. Einbau und MwSt.). Dies bedeutet jedoch nicht, dass Solarthermie-Anlagen auch gleich wirtschaftlicher als PV-Anlagen sind.

Eine Kosten-Nutzen-Rechnung sollte also in jedem Fall individuell angefertigt werden. Ganz allgemein lässt sich sagen, dass eine PV-Anlage höhere Einsparungen mit sich bringt. Die höheren Kosten für eine Photovoltaik-Anlage lassen sich beispielsweise durch die gesparten Stromkosten und zusätzliche Einspeisevergütung schnell ausgleichen. Außerdem gibt es die Möglichkeit, eine PV-Anlage zu mieten. Hier entfallen die hohen Anschaffungskosten komplett und Sie bewahren sich langfristig Ihre persönliche Liquidität.

Erläuterung
Kosten mit Einbau
Kosten zur Miete
Solarthermie für Warmwasser
Erläuterung
Unterstützt die Heizungsanlage beim Erhitzen von Brauchwasser
Kosten mit Einbau
ca. 4.500 €
Kosten zur Miete
Nicht verfügbar
Solarthermie für Heizungsunterstützung
Erläuterung
Zusätzliche Unterstützung beim Erhitzen von Heizungswasser
Kosten mit Einbau
ca. 8.000 €
Kosten zur Miete
Nicht verfügbar
Photovoltaik-Anlage
Erläuterung
Gewinnt tagsüber Strom für elektrische Geräte im Haushalt
Kosten mit Einbau
9.000 – 12.000 €
Kosten zur Miete
90 € – 110 € (pro Monat)
PV-Anlage mit Stromspeicher
Erläuterung
Eigener Strom kann auch abends und nachts genutzt werden
Kosten mit Einbau
16.000 –
20.000 €
Kosten zur Miete
120 € – 200 € (pro Monat)

Wirtschaftlichkeit: Photovoltaik vs. Solarthermie

Wenn man einen Blick auf die Wirtschaftlichkeit unterschiedlicher Solaranlagen wirft, dann spielen neben dem Anschaffungspreis auch andere Faktoren eine bedeutende Rolle. Der aktuelle Strompreis, der individuelle Energiebedarf, der Eigenverbrauch, der Standort Ihrer Immobilie und die Einspeisevergütung sind einige Aspekte, welche es zu berücksichtigen gilt.

So sparen Sie bei einer Photovoltaik-Anlage einen Teil Ihrer Stromkosten ein und erhalten durch die Einspeisevergütung außerdem regelmäßige Zahlungen, welche zur Amortisation Ihrer Anlage beitragen. Im Normalfall hat sich die Investition in eine Photovoltaik-Anlage innerhalb von 10 bis 15 Jahren amortisiert.

Auch bei der Wirtschaftlichkeitsberechnung für eine Solarthermie-Anlage spielen mehrere Faktoren eine Rolle. Insbesondere die finanzielle Förderung des Bundesamtes für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) ist nicht zu vernachlässigen. So können Privatpersonen bei der Installation einer Solarthermie-Anlage bis zu 30 Prozent der förderfähigen Investitionskosten erhalten. Trotz der hohen Förderung benötigt die Solarthermie-Anlage mit etwa 20 Jahren deutlich länger bis zur vollständigen Amortisation.


Solaranlage mieten oder kaufen?

Wenn Sie die hohen Anschaffungskosten für eine PV-Anlage vermeiden und langfristig Ihre Liquidität bewahren möchten, dann kann eine Photovoltaik-Anlage zur Miete sinnvoll sein. Häufig sind in den monatlichen Mietkosten bereits Versicherung, Wartung, Reparatur, Tilgung und Rücklagen (z. B. für neue Wechselrichter oder Stromspeicher) enthalten, sodass keine unerwarteten Kosten auf Sie zukommen. Die abschließende Entscheidung sollte jedoch ganz individuell getroffen werden. Sowohl gemietete als auch gekaufte Anlagen haben ihre Vorteile und Nachteile.

Vorteile
Nachteile
Solaranlage mieten
Vorteile
  • Keine Investitionen notwendig
  • Versicherung und Instandhaltung inklusive (Betriebsgarantie)
  • Gut kalkulierbare Stromkosten durch fixe Mietrate
  • Alle relevanten Dienstleistungen (Installation, Wartung, Versicherung, Controlling etc.) aus einer Hand
Nachteile
  • Finanzielle Einsparungen oft etwas geringer als bei gleichwertiger gekaufter Anlage
  • Solarthermie kann nicht gemietet werden
Solaranlage kaufen
Vorteile
  • Gute Rendite, bei korrekter Dimensionierung
  • Gut kalkulierbare Stromkosten
Nachteile
  • Verluste bei Betriebsausfällen oder schlechter Auslastung
  • Große Investition und Liquiditätsbindung
  • Zusätzliche Kosten für Versicherung und Instandhaltung


Komplette Autarkie selten wirtschaftlich

Eine vollständige Unabhängigkeit vom örtlichen Stromanbieter ist heute wirtschaftlich nicht sinnvoll umsetzbar. Bei einer gut dimensionierten Kombination aus Solaranlage und Speicher erreichen Sie auf das Jahr gesehen einen Autarkiegrad von bis zu 70 Prozent. Zu einem Großteil können Sie also auch in den Abend- und Nachtstunden von Ihrem selbstproduzierten Solarstrom profitieren.

Um die letzten 30 Prozent auf dem Weg zur vollständigen Netzentkopplung zu erreichen, ist ein kostenintensiver Aufwand notwendig, der in keinem Verhältnis zu den Vorteilen steht. Insbesondere in der dunklen Jahreszeit ist eine hundertprozentige Autarkie allein über Solarstrom nicht möglich und es müsste ergänzend eine Kleinwindanlagen oder ein Blockheizkraftwerke betrieben werden. Eine Amortisation Ihrer Investition zu erreichen ist in den seltensten  Fällen möglich und  eine Teil-Autarkie daher die sinnvollere Alternative. Hier greifen Sie in den Abend- und Nachtstunden ganz normal auf den Netzstrom zu.

 

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Sonnenstrahlung und die korrekte Ausrichtung

Nicht alle Dächer eignen sich gleichermaßen für die Installation einer Solaranlage. So ist der Wirkungsgrad von Photovoltaik- und Solarthermie-Anlagen von der Ausrichtung der Anlage und der Art des Daches abhängig. Eine nach Süden ausgerichtete Photovoltaik-Anlage auf einem Steildach kann einen sehr hohen Wirkungsgrad erreichen, während dieselbe Anlage auf einem Steildach mit Nordausrichtung vermutlich kaum sinnvoll wäre.

Im Gegensatz dazu können sich Flachdächer und Dächer mit Ost-West-Ausrichtung sehr gut für die Installation einer PV-Anlage eignen. Insbesondere wenn Sie tagsüber nicht zuhause sind und den meisten Strom morgens oder am Nachmittag verbrauchen, kann sich eine Ost-West-Anlage wirtschaftlich für Sie rechnen. Die etwas geringeren Erträge werden dadurch ausgeglichen, dass Sie einen großen Teil Ihres Solarstroms direkt im Haushalt nutzen können und von dem besonders wirtschaftlichen Eigenverbrauch profitieren. Lediglich von der Installation einer PV-Anlage auf einem Dach mit Nordausrichtung ist abzuraten.

 

Dachvermietung: Lohnt sich nicht

Noch vor wenigen Jahren war die Dachvermietung an Photovoltaik-Betreiber eine lukrative Option (für Solarthermie gab es so etwas nie). Der Anbieter hat hierbei auf den Dächern von Privatpersonen eine Volleinspeise-Anlage installiert. Diese haben dann durch regelmäßige Zahlungen vom Netzbetreiber (Einspeisevergütung) und dem Anbieter der Anlage (Miete für die Dachfläche) profitiert.

Innerhalb der letzten Jahre ist die Höhe der Einspeisevergütung in Deutschland jedoch deutlich eingebrochen. Das Geschäftsmodell der Dachvermietung ist nur noch in den seltensten Fällen rentabel. Heute wird Dachvermietung deshalb nur noch bei großen Dachflächen von mindestens 600 Quadratmetern betrieben und ist für Privatpersonen deshalb keine interessante Option mehr.

 

Vorschriften und Steuern für Solaranlagen

In Deutschland sind die Inbetriebnahme von Solaranlagen sowie die Einspeisung von Strom in das öffentliche Netz im Gesetz für den Ausbau erneuerbarer Energien (EEG) geregelt. Auch im Rahmen der Energieeinsparverordnung (EnEV) sind einige Vorschriften zur Heizungsanlagenverordnung zu finden,  welche es bei Solarthermieanlagen im Neubau zu beachten gilt. Bei Photovoltaik-Anlagen mit einer Leistung von weniger als 10 Kilowatt-Peak fallen Sie unter die Kleinunternehmerregelung, sodass eine Umsatzsteuer in fast allen Fällen entfällt. Als Kleinunternehmer werden Sie automatisch vom Finanzamt registriert.

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