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Heizen mit Strom

Das Thema Heizen mit Strom hat schon immer polarisiert. Hiermit sind Elektroheizungen im eigentlichen Sinne und keine Wärmepumpen gemeint. Diese benötigen zwar auch Strom, aber dieser wird nicht genutzt um Wärme zu erzeugen, sondern um der Umgebung Wärme zu entziehen.

Herkömmliche Stromheizungen werden von vielen Menschen verteufelt, auf der anderen Seite liest man immer wieder, dass sich Infrarotheizungen heute günstig mit Solarstrom aus der eigenen PV-Anlage betreiben lassen. Was stimmt denn nun? In diesem Ratgeber erfahren Sie, welche Möglichkeiten es beim Heizen mit Strom gibt, was diese kosten und wo die jeweiligen Vorteile und Nachteile liegen. Außerdem Wichtiges zur Verbindung mit Photovoltaik und mögliche Alternativen.

Heizen mit Strom ist sehr teuer

In 90 Prozent der Fälle ist das Heizen mit Strom unwirtschaftlich. Es gibt nur wenige Ausnahmen, in denen sich das Heizen mit Elektroheizungen lohnt, etwa in wenig bewohnten Immobilien wie Ferienhäusern. Wenn kleine Räume nur zeitlich begrenzt beheizt werden sollen, ist eine Infrarotheizung oder eine andere elektrische Direktheizung meistens kostengünstiger als eine Zentralheizung einbauen zu lassen. Das ist aber auch der einzige Fall, in denen Heizen mit Strom Sinn macht.

Sobald Sie ein ganzes Haus beheizen möchten und das nicht nur für einige Tage im Jahr, ist eine Elektroheizung in der Regel zu teuer. Zwar sind die einzelnen Heizkörper in der Anschaffung günstig, allerdings brauchen Sie davon für ein durchschnittliches Einfamilienhaus auch erstmal 10-12 Heizkörper. Zusätzlich dazu benötigen Sie noch einen Boiler oder Durchlauferhitzer für die Warmwasserbereitung.

Vorteile und Nachteile im Vergleich

Wenn Sie eine Elektroheizung im eigentlichen Sinne nutzen (keine Wärmepumpe), hat das Heizen mit Strom fast ausschließlich Nachteile. Elektroheizungen sind zwar günstig, lassen sich einfach anbringen und brauchen nicht viel Platz, dafür verursachen sie aber extrem hohe laufende Kosten. Strom kostet aktuell rund 30 Cent pro Kilowattstunde, während Heizöl und Erdgas bei um die 6 Cent pro Kilowattstunde liegen. Ein gravierender Unterschied.

Sie können außerdem davon ausgehen, dass die Einsparung durch die niedrigen Anschaffungskosten bereits nach einem oder wenigen Jahren aufgebraucht ist. Auch in Verbindung mit einer PV-Anlage ist das Heizen mit Strom langfristig gesehen viel zu teuer. Unabhängig davon, sind Elektroheizungen auch nicht gerade umweltfreundlich. Pro Kilowattstunde ist der CO2-Ausstoß sogar rund doppelt so hoch wie beim Heizen mit Öl.

Vorteile
Nachteile
Niedrige Anschaffungskosten
Nachteile
Extrem hohe Betriebskosten (zum Beheizen eines ganzen Hauses völlig unwirtschaftlich)
Geringer Platzbedarf
Nachteile
Insgesamt eher schlechter Wirkungsgrad
Einfache Anbringung an der Steckdose
Nachteile
Neben den Heizkörpern wird zusätzlich ein Durchlauferhitzer oder Boiler für die Warmwasserbereitung benötigt
Nachteile
Nicht besonders umweltfreundlich
Nachteile
Abhängig von schwankenden Strompreisen

 

Geringe Anschaffungskosten sind trügerisch

Wie bereits angedeutet, fallen die geringen Anschaffungskosten für Elektroheizungen im laufenden Betrieb gar nicht mehr wirklich ins Gewicht. Zunächst einmal benötigen Sie für ein übliches Einfamilienhaus bis zu 12 Heizkörper (100 bis 800 Euro pro Stück). Dazu kommt noch ein Boiler oder Durchlauferhitzer für die Warmwasserbereitung (200 bis Euro pro Stück), sodass für die Anschaffung alles in allem auch schnell zwischen 6.000 und 8.000 Euro zusammen kommen. In Summe sind Elektroheizungen für ein ganzes Haus also auch gar nicht mehr so kostengünstig.

Zusätzlich dazu kommen die laufenden Kosten für Strom, die gerade mal wieder konstant ansteigen. Je nach Stromverbrauch und Strompreis zahlen Sie mindestens 6.500 Euro pro Jahr an Heizkosten für ein bestehendes Einfamilienhaus, wenn Sie ausschließlich mit Strom heizen (ohne eigene PV-Anlage). Zum Vergleich: mit einer Wärmepumpen-Heizung zahlen Sie für dasselbe Haus jährlich etwa 1.600 Euro an Heizkosten.

Photovoltaik senkt die Heizkosten

Eine Photovoltaik-Anlage lässt sich mit einer Elektroheizung verbinden, das ist richtig. Viele Menschen haben aber eine falsche Vorstellung davon, wie sie mit selbst produziertem Solarstrom kostengünstig eine Infrarotheizung betreiben. Zunächst einmal klingt die Überlegung sinnvoll, es gibt aber durchaus Gründe, warum nicht jeder Hausbesitzer auf diese Lösung zurückgreift.

Als Erstes muss man wissen, dass der Wärmebedarf eines Hauses weit über dem Strombedarf liegt. Daher kann dieser nie komplett von der PV-Anlage gedeckt werden. Die Photovoltaik-Anlage kann die Heizkosten in Verbindung mit einer Elektroheizung zwar etwas abfedern, ermöglicht aber niemals Autarkie.

Bei 26.000 kWh Wärmebedarf (Altbau Einfamilienhaus) würde man im besten Fall schon mind. 30 kWp Leistung benötigen (ca. 180 m²). Dazu wären etwa 180 m² Kollektorfläche notwendig, so viel Dachfläche haben Sie gar nicht zur Verfügung. Hier lohnt es sich viel mehr eine Wärmepumpe zu kaufen und eine PV-Anlage zu mieten. Unabhängig von der PV-Nutzung sollte man Elektroheizungen immer schnellstmöglich ersetzen, wenn das Gebäude dauerhaft bewohnt ist.

Heizungen, Kosten und Alternativen

Alternativen zur Elektroheizung gibt es viele. Im Grunde ist jede Art von Heizung günstiger zu betreiben, wenn es darum geht ein ganzes Haus zu beheizen. Die Elektroheizung ist zwar in der Anschaffung mit Abstand am günstigsten, durch die hohen laufenden Kosten zahlen Sie allerdings bereits nach dem ersten Jahr nur noch drauf.

Eine pauschale Empfehlung zu geben, ist an dieser Stelle schwierig, da die Wahl der richtigen Heizung von vielen verschiedenen Faktoren abhängt. Es lässt sich aber festhalten, dass die Gasheizung im Bezug auf Anschaffung und Betriebskosten etwa im Mittelfeld unter den unterschiedlichen Heizsystemen liegt, während moderne Pelletheizungen und Wärmepumpen in der Regel etwas wirtschaftlicher sind. Wärmepumpen-Heizungen eignen sich insbesondere für Neubauten und lassen sich ideal mit Photovoltaik-Anlagen zu einem effizienten und umweltfreundlichen System verbinden.

Heizung
Wirtschaftlichkeit
Anschaffung
Heizkosten pro Jahr (Wärmebedarf ca. 26.000 kWh)
Elektroheizung
Wirtschaftlichkeit
gering
Anschaffung
ab 6.000 Euro
Heizkosten pro Jahr (Wärmebedarf ca. 26.000 kWh)
ab 6.500 Euro
Gas-Brennwertheizung
Wirtschaftlichkeit
mittel
Anschaffung
ca. 10.000 Euro
Heizkosten pro Jahr (Wärmebedarf ca. 26.000 kWh)
ca. 1.900 Euro, Tendenz steigend
Pelletheizung
Wirtschaftlichkeit
hoch
Anschaffung
ca. 20.000 Euro
Heizkosten pro Jahr (Wärmebedarf ca. 26.000 kWh)
ca. 1.800 Euro
Wärmepumpe
Wirtschaftlichkeit
hoch
Anschaffung
je nach Wärmepumpe zwischen 15.000 - 25.000 Euro
Heizkosten pro Jahr (Wärmebedarf ca. 26.000 kWh)
ca. 1.600 Euro

 

Elektroheizung, Nachtspeicher, Durchlauferhitzer & Co.

Es gibt verschiedene Arten von Elektroheizungen. In der Regel werden sie anhand ihrer Bauart in Direktheizungen und Speicherheizungen unterteilt. Während Elektro-Direktheizungen, wie die Infrarotheizung, die Wärme direkt abgeben und schnell Räume erwärmen können, geben Elektro-Speicherheizungen, wie die Nachtspeicherheizung, die Wärme über den Tag verteilt ab.

Die Nachtspeicher-Heizung war besonders in den 1950er-Jahren sehr beliebt, da es zu der Zeit noch den um einiges günstigeren Nachtstrom gab, mit dem die Heizungen über Nacht aufgeladen wurden. Die gespeicherte Wärme konnte dann über den Tag verteilt abgegeben werden. Heutzutage werden Nachtspeicherheizungen aber kaum noch verwendet, da der Nachtstrom im Laufe der Zeit immer teurer wurde.

Infrarot-Heizung und Nachtspeicher-Heizung können darüber hinaus beide nur alleinstehend betrieben und nicht für die Warmwasserbereitung eingesetzt werden. Für diese wird zusätzlich ein Durchlauferhitzer benötigt, der das Wasser in Bad oder Küche bei Bedarf erwärmt.

Elektro-Zentralheizungen

Der einzige Weg, um das gesamte Haus über eine Elektroheizung mit Wärme und Warmwasser zu versorgen, wäre der Einbau einer Elektro-Zentralheizung. Genau wie bei anderen Zentralheizungen wird hierfür ein Wärmeverteilsystem benötigt, um die Wärme und das Warmwasser in die einzelnen Räume zu transportieren. Dies erfolgt in den meisten Fällen über wasserführende Rohre. Ein elektrischer Heizkessel erwärmt mittels Heizstäben das Heizwasser und leitet es in den Heizkreislauf.

Allerdings kann eine Elektro-Zentralheizung aus heutiger Sicht in keinem Fall wirtschaftlich betrieben werden. Anders sieht es wie oben beschrieben bei der Beheizung einzelner, selten genutzter Räume aus. Ein ganzes Haus sollten Sie aber nicht elektrisch beheizen, das ist weder umweltfreundlich noch kostengünstig.

Wärmepumpen als Alternative

Eine effiziente Alternative zur Elektroheizung ist die Wärmepumpen-Heizung. Diese benötigt zwar auch Strom zum Heizen, allerdings wird dieser nicht unmittelbar in Wärme umgewandelt. Die Wärmepumpe benötigt den Strom vielmehr für ihren Betrieb, denn eine Wärmepumpe funktioniert in etwa so wie ein umgekehrter Kühlschrank. Sie entzieht dem Außenbereich die Wärme und gibt diese als Heizenergie an das Haus ab.

So können aus einer Kilowattstunde Strom drei bis fünf Kilowattstunden Wärme gewonnen werden. Das ist sehr effizient und insbesondere in Verbindung mit Photovoltaik und/oder Ökostrom sehr umweltfreundlich. Darüber hinaus gibt es günstige Tarife für Wärmepumpenstrom, die in der Regel um die 20 Prozent günstiger sind als der normale Haushaltsstrom.

Ganz unabhängig davon, sind Öl- und Gasheizungen 2021 unter anderem aufgrund der CO2-Steuer auch keine wirkliche Alternative mehr. In Neubauten ist die Wärmepumpen-Heizung mittlerweile schon fast Standard, bei Bestandsbauten kommt es auf den energetischen Zustand des Hauses an. Wenn das Haus einigermaßen gut gedämmt ist, ist das Heizen mit einer Wärmepumpe langfristig effizient, günstig und klimafreundlich.

Fazit: Heizen mit Strom lohnt sich selten

Abschließend bleibt festzuhalten, dass sich das Heizen mit Strom in den wenigsten Fällen lohnt. Es sei denn, Sie heizen mit einer Wärmepumpe. Elektroheizungen im herkömmlichen Sinn sind völlig ungeeignet, um ein ganzes Haus zu beheizen. Nahezu alle anderen Heizungen sind hier auf Dauer günstiger.

Eine zentrale Elektroheizung ist nicht wirtschaftlich und umweltfreundlich zu betreiben und wird daher auch von keiner staatlichen Institution gefördert. Wir raten Ihnen in jedem Fall davon ab. Wenn Sie schon eine PV-Anlage besitzen und den selbst erzeugten Solarstrom zum Heizen nutzen möchten, funktioniert das am besten in Verbindung mit einer Wärmepumpe.

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