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Ratgeber Heizung: Diese Möglichkeiten haben Sie

Noch bis vor Kurzem wurden in deutschen Immobilien vor allem Gas- und Ölheizungen verbaut, denn die fossilen Brennstoffe konnten sich über viele Jahrzehnte als primärer Energieträger durchsetzen. Doch 2021 setzen immer mehr Eigenheimbesitzer:innen auf nachhaltige und umweltfreundliche Heizungen - auch in Verbindung mit Photovoltaik.

Aber welcher Energieträger ist der günstigste? Welche Heizung ist besonders zuverlässig und was kosten Wärmepumpe, Pelletheizung und Co. eigentlich? In diesem kurzen Ratgeber wollen wir Sie über alle wichtigen Fakten, Kosten und Förderungen rund um die Heizung informieren.

Heizungen haben den größten Energiebedarf

Beim Stichwort Energiebedarf denken Viele immer noch ausschließlich an Strom. In privaten Haushalten werden aber mehr als zwei Drittel des gesamten Energieverbrauchs für das Heizen verbraucht. Im Durchschnitt entfallen knapp 70 Prozent des Energiebedarfs auf die Raumheizung und circa 16 Prozent auf die Warmwasserbereitung. Lediglich die restlichen 14 Prozent werden für Dinge wie Elektrogeräte und Beleuchtung benötigt.

Wenn es um das Thema Energiesparen geht, sollten Sie daher nicht nur an Strom denken, sondern auch die Heizung mit einbeziehen. Jedoch wird immer noch sehr viel Strom aus Kohle und Atomenergie erzeugt, daher sollten Sie im besten Fall Strom und Wärme nachhaltig produzieren, um unsere Umwelt zu schützen.

Kosten und Förderung im Überblick

Die Kosten für eine neue Heizung hängen von zahlreichen Faktoren, wie z.B. dem Energieträger oder der verwendeten Technik ab. Daher ist es an dieser Stelle schwierig, pauschale Preisangaben zu tätigen. Um Ihnen trotzdem einen groben Überblick zu verschaffen, haben wir in der nachfolgenden Tabelle die laufenden Kosten, sowie die durchschnittlichen Anschaffungskosten der verschiedenen Heizungen für Sie zusammengefasst.

Bei der Wahl einer neuen Heizung sollte man Investitionskosten und laufende Kosten stets im Verhältnis zueinander betrachten und daraufhin eine Entscheidung treffen. Auch ein hoher Anschaffungspreis kann sich schnell amortisieren, wenn die Heizungsanlage voll ausgelastet ist und wenig laufende Kosten verursacht. Darüber hinaus kann bei vielen Heizungen staatliche Förderung in Anspruch genommen werden. Insbesondere Anlagen, die erneuerbare Energie zur Wärmeerzeugung nutzen, werden in Deutschland hoch gefördert.

Heizung
Heizkosten pro Jahr (inkl. Wartung)
Anschaffung
Förderung
Ölheizung
Heizkosten pro Jahr (inkl. Wartung)
ca. 2.000 €
Anschaffung
7.000 - 9.000 €
Förderung
keine
Gasheizung
Heizkosten pro Jahr (inkl. Wartung)
ca. 1.800 €
Anschaffung
6.000 - 10.000 €
Förderung
nur für Hybrid-Modelle
Pelletheizung
Heizkosten pro Jahr (inkl. Wartung)
ca. 1.600 €
Anschaffung
17.000 - 25.000 €
Förderung
BAFA & KfW
Wärmepumpe
Heizkosten pro Jahr (inkl. Wartung)
ca. 800 €
Anschaffung
15.000 - 30.000 €
Förderung
BAFA & KfW
Wärmepumpe mit eigener Photovoltaik-Anlage
Heizkosten pro Jahr (inkl. Wartung)
ca. 550 €
Anschaffung
25.000 - 40.000 €
Förderung
BAFA & KfW

Heizungen für Altbau und Sanierungen

Alte Heizungen arbeiten oftmals nicht effizient und verbrauchen mehr Energie als nötig. Darüber hinaus stoßen sie häufig auch ziemlich viel CO2 aus. Das bedeutet zum einen höhere Heizkosten für Sie und zum anderen eine zusätzliche Belastung fürs Klima. Sollte Ihre Heizungsanlage älter als 15 Jahre sein, empfiehlt sich eine Erneuerung.

Doch welche Heizung eignet sich für Bestandsbauten? Im Prinzip können Sie jede Art von Heizung in einen Altbau einbauen, klassische Öl- und Gasheizungen sind dabei nicht nur ökologisch sondern auch finanziell gesehen keine sinnvolle Variante. Sie sind zwar günstig in der Anschaffung, jedoch steigen die laufenden Kosten für fossile Energieträger mittelfristig immer mehr. Das liegt unter anderem an der ab 2021 eingeführten CO2-Steuer.

Wenn Sie die Möglichkeit haben, sollten Sie stattdessen lieber eine Wärmepumpe oder eine Holzheizung in Betracht ziehen. In Neubauten sind Wärmepumpenheizungen heute bereits ein Standard, aber auch in sanierten Altbauten werden sie in den letzten Jahren vermehrt eingebaut.

Lange Zeit galten Wärmepumpen im Bestand als unwirtschaftlich, wenn sie nicht in Verbindung mit einer Fußbodenheizung und bei ausreichender Wärmedämmung eingebaut werden. Mittlerweile ist die Technik so weit entwickelt, dass auch große Heizkörper mit für Wärmepumpen günstigen Vorlauftemperaturen betrieben werden können. Ganz ohne Wärmedämmung geht es aber natürlich nicht.

Wenn Sie ein Gebäude mit einem sehr hohen Wärmebedarf beheizen möchten, bietet sich eher eine Holzheizung an. Besonders Pelletheizungen haben sich diesbezüglich in der Vergangenheit bewährt. Jedoch benötigen Sie für diese Variante ausreichend Platz für den Pelletkessel, den Pufferspeicher und das Pelletsilo.

Welche Heizung im Neubau nutzen?

Auch für Neubauten haben Sie eine große Auswahl an verschiedenen Heizungen, allerdings gelten hier andere rechtliche Bestimmungen als bei Altbauten. Das Gebäude-Energie-Gesetz (GEG) stellt hohe Anforderungen an die energetischen Standards eines Neubaus. So müssen etwa Öl- und Gasheizungen fast immer mit einem Heizsystem kombiniert werden, das regenerative Energien nutzt - in der Regel Solaranlagen.

Die Kombination aus Gas-Brennwertheizung und Solarthermie erfüllt die strengen Vorgaben des GEG und ist eine denkbare Variante für Ihren Neubau. Allerdings ist die Anschaffung einer solchen Hybridheizung für gewöhnlich teurer als etwa die einer Wärmepumpe. Darüber hinaus werden die Gaspreise und damit auch die Betriebskosten einer Gasheizung langfristig steigen.

Unter anderem deshalb, sowie aufgrund der hohen Förderung, sind Heizsysteme, die mit erneuerbaren Energien betrieben werden, in Neubauten sehr gefragt. Insbesondere die Wärmepumpe erfreut sich aktuell großer Beliebtheit. In Gebäuden mit einer guten Wärmedämmung, wie es bei Neubauten der Fall ist, ist sie im Prinzip die erste Wahl, da sie sehr geringe Heizkosten verursacht und ihr Einbau mit bis zu 35 Prozent der Investitionskosten vom Staat gefördert wird. Außerdem ist das Heizen mit einer Wärmepumpe klimafreundlich und besonders in Verbindung mit einer Photovoltaik-Anlage sehr effizient und ökologisch.

Wenn Sie ausreichend Platz zur Verfügung haben, kann auch eine Pelletheizung oder eine andere Holzheizung (z.B. Hackschnitzelheizung oder Stückholzheizung) die richtige Wahl für Ihren Neubau sein. Das Heizen mit Holz ist in der Regel preiswert und umweltfreundlich. Daneben können Sie sich bis zu 55 Prozent der förderfähigen Kosten erstatten lassen und auch Holzheizungen lassen sich problemlos mit Solaranlagen kombinieren.

Wärmepumpe mit Photovoltaik und Stromspeicher kombinieren

Wie bereits erwähnt ist die Verbindung von Wärmepumpe und Photovoltaik im Neubau eine sehr sinnvolle Option. Die Wärmepumpe nutzt Umgebungswärme aus z.B. Luft, Boden oder Wasser und wandelt diese in Heizwärme um. Alternativ können viele Modelle im Sommer auch als Klimaanlage genutzt werden. Egal ob Heizen oder Kühlen - die Wärmepumpe benötigt Strom. Wenn dieser Strom anteilig von einer Photovoltaik-Anlage produziert wird, lassen sich die Stromkosten für den Betrieb der Wärmepumpe und damit auch die Heizkosten deutlich senken.

Noch effizienter können Sie das System nutzen, wenn Sie Wärmepumpe und Photovoltaik-Anlage zusätzlich mit einem Stromspeicher ausrüsten, der überschüssigen Solarstrom zur späteren Nutzung speichert. Auf diese Weise lässt sich der Autarkiegrad noch einmal erhöhen. Die Kombination aus Wärmepumpe und Photovoltaik erfüllt außerdem die Vorgaben des GEG und wird daher mitgefördert. Für Neubauten bietet diese Kombination eine nachhaltige und effiziente Möglichkeit, beide Systeme optimal zu nutzen und is, da wo es möglich ist, fast immer zu empfehlen.

Häufig gefragt: Mit Strom heizen?

Neben der Wärmepumpenheizung, die indirekt mit Strom heizt, besteht auch die Möglichkeit über eine Elektroheizung direkt mit Strom zu heizen. Elektroheizungen gelten zwar häufig als teuer und klimaschädlich, tatsächlich muss hier aber unterschieden werden, wie der Strom erzeugt wird und was genau mit der Elektroheizung beheizt werden soll.

Wenn Sie sehr kleine oder nur selten genutzte Räume beheizen möchten, kann die Elektroheizung durchaus eine interessante Option darstellen, für das ganze Haus aber eignet sie sich eher nicht. Theoretisch wäre die Elektroheizung zwar eine “grüne” Heizung, wenn der Strom, den sie nutzt zu 100 Prozent Ökostrom bzw. eigener Solarstrom aus der Photovoltaik-Anlage wäre - in der Praxis ist dies aber meist nicht der Fall. Daher wird die Elektroheizung im GEG nicht gefördert.

Jeder Haushalt bekommt immer den Strom, der im lokalen Stromnetz gerade zur Verfügung steht und um sich das ganze Jahr über autark mit Solarstrom zu versorgen, würde die PV-Anlage einen sehr großen Speicher benötigen. Das wäre zwar umweltfreundlich, aber nicht mehr wirtschaftlich.

Elektroheizungen sind in der Anschaffung vergleichsweise günstig, aber die Betriebskosten sind extrem hoch. Vor allem dann, wenn ausschließlich mit Strom geheizt wird. Eine Kilowattstunde Strom (ohne PV) kostet derzeit circa 30 Cent, während die Preise für Gas und Öl zwischen 5 und 6 Cent pro Kilowattstunden liegen. Öl- oder Gasheizungen sind daher schon nach kurzer Zeit wirtschaftlicher.

Auch der CO2-Ausstoß ist bei Elektroheizungen im Schnitt fast doppelt so hoch wie bei anderen Heizsystemen. Aufgrund der schlechten Umweltbilanz und der hohen Betriebskosten ist die Elektroheizung daher nicht geeignet, um langfristig ein ganzes Gebäude zu beheizen.

Unser Fazit

Generell lässt sich festhalten: die eine perfekte Heizung gibt es nicht. Ohne ein paar Eckdaten zum jeweiligen Gebäude zu kennen, ist es so gut wie unmöglich eine adäquate Empfehlung zu geben. Insbesondere Dämmzustand und Wärmebedarf des Hauses sind wichtige Faktoren, die hierbei eine Rolle spielen.

Neubauten müssen heute ohnehin strikte Vorgaben bezüglich Dämmung und Energieeffizienz einhalten, daher ist die Entscheidung hier etwas einfacher. In den meisten Fällen ist eine Wärmepumpe im Neubau die richtige Wahl, besonders in Verbindung mit einer PV-Anlage ist diese Heizung nachhaltig, effizient und kostengünstig.

Es gibt aber auch Fälle, in denen sich eine Biomasseheizung oder eine Gasbrennwertheizung + Solarthermie besser eignen kann. Aktuell wäre theoretisch auch der Einbau einer Ölbrennwertheizung + Solarthermie noch gestattet, ist aber nicht zu empfehlen, da Ölheizungen auf Dauer, spätestens aber mit dem Ölheizungs-Einbauverbot ab 2026, aus den Heizungskellern verschwinden werden.

Bei der Heizungssanierung im Altbau hat der individuelle Zustand des Hauses einen wichtigen Einfluss auf die Wahl des Heizsystems. Gas- und Ölheizungen sind weit verbreitet und arbeiten zuverlässig. Kurzfristig sind sie die kostengünstigste Option, allerdings sind die Betriebskosten höher und der Einsatz fossiler Brennstoffe ist nicht wirklich zukunftsträchtig.

Denken Sie bei der Erneuerung der Heizung im Bestand besser zukunftsorientiert und wählen eine Heizung, die auf Basis erneuerbarer Energien arbeitet. Diese sind zwar trotz hoher Förderung in der Anschaffung zunächst teurer, amortisieren sich aber schon nach einigen Jahren durch die deutlich niedrigeren Heizkosten. Ist Ihr Altbau gedämmt, empfiehlt sich eine Wärmepumpenheizung, für ungedämmte Häuser ist eine Holzheizung eine gute Alternative.

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