Eigenheim sanieren - Tipps und Kosten für Einsteiger

Mit einer Sanierung lässt sich Ihr Eigenheim nicht nur optisch aufwerten, sondern auch energetisch optimieren. Dabei werden häufig gewerkeübergreifende Arbeiten an Dach, Heizung, Dämmung, Fenstern und Co. durchgeführt. Auch die Installation von modernen Solaranlagen (Solarthermie- und Photovoltaik-Anlagen) ist hier mittlerweile zu einem festen Bestandteil geworden. Wie Sie mit einer energetischen Sanierung Betriebskosten einsparen können und welche Sanierung die richtige für Ihr Eigenheim ist, erfahren Sie hier.

Renovierung oder energetische Sanierung?

Die Begriffe Renovierung und Sanierung werden im Alltag häufig synonym genutzt, beschreiben eigentlich aber zwei unterschiedliche Prozesse. Während im Rahmen einer Renovierung vor allem repariert und ausgebessert wird, geht es bei der Sanierung primär um Modernisierung und den Austausch von alten Bauteilen. Wenn von Renovierungsmaßnahmen gesprochen wird, dann sind also hauptsächlich Malerarbeiten und andere Schönheitsreparaturen gemeint.

Bei einer energetischen Sanierung hingegen werden alte Fenster, Heizungen, Dämmungen oder das Dach grundlegend modernisiert oder vollständig gegen neue Produkte ausgetauscht. Im Rahmen einer Kernsanierung können auch umfangreiche Eingriffe an der Bausubstanz vorgenommen werden. Das Ziel einer energetischen Sanierung ist hierbei die Maximierung der Energieeffizienz des Gebäudes.

Sanierungen und Kosten im Vergleich

Im Rahmen einer energetischen Sanierung werden nicht ausschließlich Einzelmaßnahmen durchgeführt. Häufig umfasst die Sanierung gleich mehrere gewerkeübergreifende Maßnahmen aus Heiztechnik, Dämmtechnik, Fensterbau, Dachdeckerarbeiten und Solartechnik. Die Kosten sind hier ganz von dem Umfang der Arbeiten, den verwendeten Materialen und den ausführenden Fachbetrieben abhängig.

Kosten
Förderung
Einbau neuer Heizung
Kosten
5.000 - 30.000 €
Förderung
BAFA Heizen mit erneuerbaren Energien 2020
Dachsanierung
Kosten
50 - 100 € pro m²
Förderung
KfW Zuschuss 430, KfW Kredit 151/152
Neue Fassadendämmung
Kosten
50 - 150 € pro m²
Förderung
KfW Kredit 151/152
Einbau neuer Fenster (inkl. Rahmen)
Kosten
5.000 - 10.000 €
Förderung
KfW Kredit 151/152
Installation Solarthermie-Anlage
Kosten
4.500 - 8.000 €
Förderung
BAFA Heizen mit erneuerbaren Energien 2020
Installation Photovoltaik-Anlage
Kosten
9.000 - 12.000 €
Förderung
Nur indirekt über Einspeisevergütung

Neue Heizung

Egal ob alte Ölheizung, umweltfreundliche Pelletheizung oder moderne Wärmepumpe - die Heizung ist das Herzstück eines jeden Eigenheims. Häufig wird bei energetischen Sanierungen deshalb als erstes darauf geachtet, dass ein modernes und effizientes Heizsystem vorliegt. So kann schon der Austausch eines veralteten Öl-Heizkessels durch eine moderne Heizung ausreichen, um den gewünschten Effizienzwert der Immobilie zu erreichen. Für eine neue Heizung sollten Sie (inkl. Einbau) gut 5.000 bis 30.000 Euro einplanen. Dazu kommen ggf. noch die Kosten für die Entsorgung der alten Heizkörper und Heizkessel.

Kosten (mit Einbau)
Gasheizung
Kosten (mit Einbau)
ab 6.000 €
Ölheizung
Kosten (mit Einbau)
ab 7.000 €
Elektroheizung
Kosten (mit Einbau)
ab 5.000 €
Pelletheizung
Kosten (mit Einbau)
ab 17.000 €
Wärmepumpe
Kosten (mit Einbau)
ab 15.000 €

Dach sanieren

Das Dach schützt den Wohnraum nicht nur vor Wind und Wetter – als eine der größten Flächen am Gebäude trägt es auch maßgeblich zur Wärmedämmung bei und spielt bei energetischen Sanierungen deshalb eine wichtige Rolle. Schließlich macht es nur wenig Sinn, eine teure Wärmepumpe zu installieren, wenn ein Großteil der Heizwärme über ein schlecht gedämmtes Dach verloren geht. Darüber hinaus können auf dem Dach Solaranlagen wie Solarthermie- oder Photovoltaik-Anlagen installiert werden, welche zu einer Steigerung der Energieeffizienz beitragen können.

Eigenheim dämmen

Nicht nur das Dach eines Gebäudes muss gedämmt werden. Auch die Dämmung von Außenwänden, Dachgeschoss oder Keller ist zentraler Bestandteil einer energetischen Sanierung. Dabei gibt es verschiedenste biologische, mineralische und synthetische Dämmstoffe, welche sich in Dämmwirkung, Brandschutz und Kosten voneinander unterscheiden. Die Wahl für den richtigen Dämmstoff kann deshalb schwerfallen und sollte optimalerweise von einem Experten (z. B. Energieberater) begleitet werden. Für eine einfache Fassadendämmung kann ganz allgemein ein Preis zwischen 25 und 80 Euro pro Quadratmeter veranschlagt werden.

Kosten
Einblasdämmung (Fassade)
Kosten
ab 50 € pro m²
Innendämmung (Fassade)
Kosten
ab 60 € pro m²
Wärmedämmverbundsystem (Fassade)
Kosten
ab 110 € pro m²
Einblasdämmung (Dach)
Kosten
ab 50 € pro m²
Zwischensparrendämmung (Dach)
Kosten
ab 50 € pro m²
Aufsparrendämmung (Dach)
Kosten
ab 70 € pro m²

Fenster austauschen

Auch alte, undichte Fenster können die Energieeffizienz Ihrer Immobilie negativ beeinflussen. Hier ist es häufig am besten, die alten Fenster inkl. Rahmen auszubauen und durch moderne Fenster und Fensterrahmen zu ersetzen. Die Kosten sind maßgeblich von der Art der Fenster, dem Hersteller und der Anzahl der zu installierenden Fenster abhängig. Für ein Standard-Fenster mit Dreifachverglasung und einem Kunststoffrahmen (inkl. Einbau) sollten Sie Kosten in Höhe von etwa 500 Euro einplanen. Die Kosten für den Einbau machen dabei 20 bis 30 Prozent der Gesamtkosten aus.

Solaranlage installieren

Auch Solaranlagen können ein wichtiger Bestandteil bei einer energetischen Sanierung sein. Gerade wenn es darum geht, hohe Energiestandards (z. B. KfW-Effizienzhaus) zu erfüllen, muss nicht nur der Wärmeverlust der Immobilie, sondern auch der Primärenergiebedarf gesenkt werden. Über moderne Solarthermie- und Photovoltaik-Anlagen können Sie die Strahlungsenergie der Sonne nutzen, um eigene Heizwärme und eigenen Solarstrom zu gewinnen. Zusammen mit einer gut gedämmten Immobilie lassen sich so eine hohe Energieeffizienz und ein hoher Autarkiegrad erreichen.

Die Kosten für Photovoltaik-Anlagen sind ganz davon abhängig, wie leistungsstark die PV-Module sind, von welchem Anbieter Sie die Anlage beziehen und welche Erweiterungen (z. B. Stromspeicher) gewünscht sind. Für eine alleinstehende Photovoltaik-Anlage mit einer Leistung von etwa 6,8 Kilowatt-Peak sollten Sie (inkl. Einbau) mit Kosten ab 9.000 Euro rechnen – ein zusätzlicher Stromspeicher kostet dann noch einmal etwa 7.000 Euro. Selbstverständlich können Sie eine Photovoltaikanlage auch bei DZ-4 mieten. Anstatt hoher Investitionen zahlen Sie hier eine günstige monatliche Pachtrate für Ihre Photovoltaik-Anlage und erhalten ein Rundum-Sorglos-Paket inklusive Monitoring, aller Versicherungen und Reparaturen. Eine einfache Solarthermie-Anlage für die Warmwasserbereitung gibt es für 4.500 Euro und eine Solarthermie-Anlage zur Heizungsunterstützung ab 8.000 Euro.

Kosten (inkl. Einbau)
Photovoltaik (6,8 kWp)
Kosten (inkl. Einbau)
9.000 - 12.000 €
Photovoltaik (6,8 kWp und Stromspeicher)
Kosten (inkl. Einbau)
16.000 - 20.000 €
Solarthermie für Warmwasser
Kosten (inkl. Einbau)
ab 4.500 €
Solarthermie zur Heizungsunterstützung
Kosten (inkl. Einbau)
ab 8.000 €

 

Lohnt sich eine Photovoltaik-Anlage für Sie?

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Welche Sanierung lohnt sich wirklich?

Eine pauschale Aussage darüber, welche Sanierung sich lohnt, lässt sich nicht treffen. Welche Maßnahmen energetisch und wirtschaftlich sinnvoll sind, kann nur für jedes Gebäude individuell festgestellt werden. Ganz allgemein kann man aber sagen, dass gut geplante Sanierungen sich eher lohnen als z.B. der blinde Einbau einer neuen Heizung. Den energetischen Gesamtzustand der Immobilie durch einen Energieberater feststellen zu lassen, ist also definitiv ein sinnvoller erster Schritt für eine lohnende Sanierung.

Neue Solaranlage auf Sanierungen abstimmen

Eine Sanierung des Daches und/oder der Heizung sollte im Idealfall gleich mit dem Einbau einer Solaranlage kombiniert werden, sofern dies gewünscht ist. Entscheiden Sie sich für eine strombetriebene Wärmepumpe und wollen ohnehin das Dach neu eindecken lassen, dann sollte eine passende Photovoltaik-Anlage auch gleich installiert werden, um die Installationskosten möglichst gering zu halten. Die Miete für einen Kran oder ein Baugerüst fällt damit zum Beispiel nur einmalig an.

Tipps für nachhaltige Sanierungen

Immer mehr Menschen achten bei einer Sanierung auch auf die Nachhaltigkeit der Baustoffe. Lassen Sie sich hierzu am besten im Vorfeld von einem Experten beraten. Es muss ja nicht immer gleich ein vollkommen autarkes Haus mit Stroh-Dämmung sein, aber viele unschöne Bausünden lassen sich mit der richtigen Planung vermeiden.

In der Regel finden Sie in einem durchschnittlichen Baumarkt leider nur wenige Produkte für nachhaltige Sanierungen. Echte Lehm- oder Kalkputze, ökologische Dämmungen usw. gibt es meist nur in entsprechenden Fachgeschäften.

Förderung – das ist 2020 neu

2020 ist ein gutes Jahr, um die energetische Sanierung Ihres Eigenheims anzugehen! Neben einer Umstrukturierung der Aufgabenbereiche der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) und des Bundesamtes für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) sind viele Förderungen gestiegen. Die KfW kümmert sich mit ihren Krediten jetzt primär um Effizienzhaus-Sanierungen, Dämmungen und den Austausch von Fenstern, während das BAFA nun ausschließlich Heizungssanierungen (Heizen mit erneuerbaren Energien) fördert. Im Folgenden finden Sie einen kleinen Überblick über die aktuellen Fördersätze für das Programm „Wärme aus erneuerbaren Energien“ des BAFA.

Fördersatz Altbau
Fördersatz Altbau (bei Austausch von Ölheizung)
Fördersatz Neubau
Gas-Hybridheizung (Renewable Ready)
Fördersatz Altbau
20 % der förderbaren Kosten
Fördersatz Altbau (bei Austausch von Ölheizung)
-
Fördersatz Neubau
-
Gas-Hybridheizung (mit erneuerbarer Wärmeerzeugung)
Fördersatz Altbau
30 % der förderbaren Kosten 40 % der förderbaren Kosten
Fördersatz Altbau (bei Austausch von Ölheizung)
40 % der förderbaren Kosten 40 % der förderbaren Kosten
Fördersatz Neubau
-
Hybridheizung Erneuerbare Energien (EE-Hybride)
Fördersatz Altbau
35 % der förderbaren Kosten
Fördersatz Altbau (bei Austausch von Ölheizung)
45 % der förderbaren Kosten
Fördersatz Neubau
35 % der förderbaren Kosten
Biomasse-Anlage oder Wärmepumpe
Fördersatz Altbau
35 % der förderbaren Kosten
Fördersatz Altbau (bei Austausch von Ölheizung)
45 % der förderbaren Kosten
Fördersatz Neubau
35 % der förderbaren Kosten
Solarthermie-Anlage
Fördersatz Altbau
30 % der förderbaren Kosten
Fördersatz Altbau (bei Austausch von Ölheizung)
30 % der förderbaren Kosten
Fördersatz Neubau
30 % der förderbaren Kosten

Pflicht: Vorgeschriebene Sanierungen

Eine allgemeine Sanierungspflicht gibt es in Deutschland zwar nicht, aber im Rahmen der Energieeinsparverordnung (EnEV) sind gewisse Anforderungen festgelegt, welche es zu beachten gilt. Gerade wenn Sie einen Altbau erwerben, sind Sie in den folgenden zwei Jahren dazu verpflichtet, einen möglichen Sanierungsrückstand zu beheben. Dazu gehören insbesondere der Austausch von alten Heizungen und das Dämmen von Rohrleitungen, des Dachs oder der obersten Geschossdecke. Die Durchführung der Maßnahmen wird abschließend durch einen Schornsteinfeger und durch das örtliche Bauamt überprüft.

Weitere wichtige Themen

Immer wieder flammen Diskussionen zu verschiedenen Themen rund um die energetische Sanierung auf. Wie sieht es in Zukunft mit Öl- und Gasheizungen aus? Welche Dämmung schützt vor Schimmel? Diese und viele andere Fragen beschäftigen Eigenheimbesitzer in Deutschland.

Die Zukunft der fossilen Brennstoffe

Gas- und Ölheizungen haben in Deutschland eine lange Tradition und waren in den vergangenen Jahrzehnten mit Abstand die beliebtesten Heizmethoden. Doch wie steht es in Zukunft um Heizungen, welche mit fossilen Brennstoffen betrieben werden? Fossile Brennstoffe sind eine endliche Ressource und immer mehr Menschen steigen auf alternative Heizmethoden um. Mittlerweile sind Pelletheizungen, Wärmepumpen und Co. auch vergleichsweise günstig zu erwerben und stehen den klassischen Heizungen in der Wirtschaftlichkeit in nichts nach. Häufig sind Ölheizungen auf 25 Jahre oder länger betrachtet sogar teurer als die umweltfreundlichen Alternativen. Eigentlich gibt es also keinen guten Grund, noch länger an fossilen Brennstoffen festzuhalten – zumal erste Ölheizungs-Verbote im Gespräch sind.

Schimmel durch Dämmungen

Schimmel in der Dämmung gehört 2020 eigentlich der Vergangenheit an. Natürlich gibt es noch Altbauten, in denen das Problem auftreten kann, mittlerweile gibt es allerdings atmungsaktive mineralische, biologische und synthetische Dämmstoffe, welche bedenkenlos im Eigenheim verbaut werden können. Sollten Sie trotzdem Probleme mit Feuchtigkeit in der Wand haben, dann könnte die Dämmung falsch eingebaut worden sein. Auch das eigene Lüftungsverhalten und der Zustand Ihrer Fenster können dabei eine Rolle spielen. Am besten lassen Sie sich hier von einem Experten beraten. Dieser kann den Grund für das Feuchtigkeitsproblem feststellen und eine geeignete Lösung anbieten.

Wirtschaftlichkeit von Sanierungen

Eine umfassende energetische Sanierung kann durchaus hohe Kosten verursachen. Gerade wenn gewerkeübergreifende Maßnahmen durchgeführt werden, kommt die Frage auf: Lohnt sich so eine Sanierung wirtschaftlich überhaupt? Und tatsächlich bringen nicht alle Maßnahmen auch einen direkten finanziellen Nutzen mit sich. So kann ein undichtes Dach schnell hohe Kosten verursachen – ohne, dass man von der Reparatur direkt finanziell profitiert.

Allerdings können solche Probleme nur schlecht ignoriert werden und letztendlich sind Sanierungsmaßnahmen immer günstiger als eine Kernsanierung, welche anfällt, wenn andere Mängel zu lange ignoriert werden. Außerdem gibt es durchaus Maßnahmen, welche direkte wirtschaftliche Vorteile mit sich bringen. Mit einer modernen Sole-Wasser-Wärmepumpe können Sie – gegenüber einer bestehenden Ölheizung – schon im ersten Jahr laufende Kosten reduzieren und auf 20 Jahre gesehen bis zu 20.000 Euro einsparen. Auch mit einer Photovoltaik-Anlage profitieren Sie wirtschaftlich und können bis zu zwei Drittel Ihres jährlichen Strombedarfs kostengünstig und nachhaltig vom eigenen Dach beziehen.

Umweltbilanz von Solaranlagen

Ganz allgemein kann man bei Solaranlagen wie der Photovoltaik-Anlage von einer positiven Umweltbilanz sprechen. Das liegt daran, dass die Photovoltaik-Module mehr Energie gewinnen können, als zu ihrer Herstellung benötigt wird. Diese ist in Form von Solarstrom außerdem eine der saubersten Energieformen, die wir heute kennen. Aber Photovoltaik-Anlagen tragen nicht nur dazu bei, dass weniger fossile Brennstoffe benötigt werden, sie können auch zu großen Teilen recycelt werden. Glas, Folie, Aluminium und Silizium gehören zu den zentralen Bestandteilen von PV-Modulen und lassen sich ohne größere Probleme wiederverwerten.

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