Elektroauto aufladen – alles Wissenswerte und Preise

Wenn Sie über die Anschaffung eines Elektroautos nachdenken oder bereits eines besitzen, dann wissen Sie, dass die Fahrzeuge an speziellen Stromtankstellen oder Ladesäulen „aufgetankt“ werden müssen. Doch wie lange dauert ein Ladeprozess und welche Kosten kommen auf einen zu? Wir beantworten alle Fragen zu Ladekosten, Ladedauer, Aufladung zu Hause und Stromtankstellen allgemein.

Über die Aufladung beim Elektroauto

Mit dem Elektroauto einfach jederzeit überall hinfahren – das ist die Wunschvorstellung. Bis die Akkus der Fahrzeuge deutlich leistungsstärker werden, gehört das regelmäßige Aufladen der Batterien noch zum Elektroauto-Alltag. Gerade deshalb ist es wichtig, sich mit allen Fakten rund um Ladestationen, Wallboxen und Stromtankstellen auszukennen. Denn mit dem richtigen Fachwissen können Sie Ihr Elektroauto schon heute für einen Roadtrip nutzen und problemlos verreisen.

Verbrauch, Lade-Kosten und Dauer

So wie herkömmliche Verbrenner regelmäßig mit Kraftstoff betankt werden müssen, benötigen auch Elektroautos eine regelmäßige Aufladung ihrer Akkus. Mit einem Stromverbrauch von etwa 14 bis 18 Kilowattstunden auf 100 Kilometer müssen Sie Ihr Elektroauto im Durchschnitt 2 bis 4 Mal pro Woche aufladen. Ladedauer und Ladekosten unterscheiden sich dabei von Tankstelle zu Tankstelle. Ganz allgemein kann eine Aufladung aber zwischen 30 Minuten und 14 Stunden dauern und 6 bis 20 Euro kosten.

Am günstigsten laden Sie Ihr Elektroauto mit Solarstrom aus einer eigenen Photovoltaik-Anlage über eine Wallbox. Hier kann die Aufladung zwar bis zu 9 Stunden dauern, dafür fallen aber keine Stromkosten an. Wenn es besonders schnell gehen soll, dann kommt eigentlich nur der extrem leistungsfähige Tesla Supercharger infrage, welcher moderne Elektroautos in unter eine Stunde aufladen kann. Hier kostet die Aufladung dafür aber auch bis zu 20 Euro.

Technologie
Dauer
Übliche Preise
Zu Hause (Variante 1)
Technologie
Per Steckdose
Dauer
bis zu 14 Stunden
Übliche Preise
9 - 12 €
Zu Hause (Variante 2)
Technologie
Per Wallbox
Dauer
bis zu 9 Stunden
Übliche Preise
9 - 12 €
Zu Hause (Variante 3)
Technologie
Mit Photovoltaik
Dauer
bis zu 9 Stunden
Übliche Preise
0 €
Unterwegs (Variante 1)
Technologie
Stromtankstelle
Dauer
bis zu 5 Stunden
Übliche Preise
ab 6 €
Unterwegs (Variante 2)
Technologie
Supercharger
Dauer
bis zu 1 Stunde
Übliche Preise
bis zu 20 €

Anschlüsse, Stecker und Ladedauer

Elektroautos lassen sich über verschiedene Stecker und Anschlüsse mit unterschiedlicher Leistungsstärke aufladen. Ladekosten und Ladedauer können sich deshalb von Ladeprozess zu Ladeprozess unterscheiden. Am längsten dauert die Aufladung an der 3,7 Kilowatt starken Haushaltssteckdose – hier müssen Sie bis zu 14 Stunden einplanen, sodass sich die Variante besonders für Aufladungen über Nacht anbietet. Deutlich schneller geht es dann schon bei dem 3-phasigen Typ 2 Anschluss (inkl. Wallbox), wo der Ladeprozess nur noch wenige Stunden dauert.

Stromart
Leistung
Ladedauer
Haushaltssteckdose (Schuko)
Stromart
Wechselstrom (AC)
Leistung
bis 3,7 kW
Ladedauer
10 - 14 Stunden
Typ 2
Stromart
AC 1-phasig
Leistung
bis 7,4 kW
Ladedauer
3 - 5 Stunden
Typ 2
Stromart
AC 3-phasig
Leistung
bis 43 kW
Ladedauer
bis zu 1 Stunde
Charging Combined System (CCS)
Stromart
Gleichstrom (DC)
Leistung
bis 50 kW
Ladedauer
bis zu 1 Stunde
Tesla Supercharger
Stromart
Gleichstrom (DC)
Leistung
120 kW
Ladedauer
30 Minuten

Verbrauch auf 100 km und Preis pro Aufladung

Bei Elektroautos kann man natürlich nur schwer von „Verbrauch“ sprechen – trotzdem wird eine bestimmte Energiemenge benötigt, um das Auto über 100 Kilometer zu bewegen. So braucht ein Elektroauto auf 100 Kilometer im Durchschnitt 14 bis 18 Kilowattstunden Strom. Inklusive der Rekuperation liegt der reale „Verbrauch“ auf 300 Kilometer bei etwa 40 Kilowattstunden. Die (Strom-)Kosten pro 100 Kilometer liegen deshalb zwischen 2 und 6 Euro (je nachdem, wo das Fahrzeug geladen wird). Eine volle Aufladung kostet an der Haushaltssteckdose übrigens zwischen 10 und 12 Euro und an einem Tesla Supercharger bis zu 20 Euro.

Elektroauto zu Hause laden

Das Elektroauto nach jeder Fahrt für bis zu eine Stunde an einer Stromtankstelle aufzuladen, passt für die meisten Personen nicht wirklich zum Alltag. Viel praktischer wäre es, das Fahrzeug über Nacht – direkt zu Hause in der Garage – aufzuladen und am nächsten Morgen mit einer vollen Batterie durchzustarten. Wie genau Sie Ihr Elektroauto auch zu Hause aufladen können und was es zu beachten gibt, erfahren Sie hier.

Aufladen zu Hause erlaubt?

Das Aufladen von Elektroautos ist in Deutschland auch zu Hause erlaubt. Ob sich Ihre Steckdosen für eine sichere Aufladung anbieten, können Sie ganz einfach von einem Elektriker überprüfen lassen. Am sichersten und schnellsten geht es aber über eine spezielle Wallbox, welche zum Aufladen von Elektroautos konzipiert wurde. Diese können Sie auch ohne besondere Genehmigung von einem Fachbetrieb in Ihrer Garage installieren lassen. Lediglich bei Mehrfamilienhäusern müssen Sie sich über die aktuelle Gesetzeslage informieren.

An der Steckdose laden: Schuko und Drehstrom

Sie können Ihr Elektroauto in Ausnahmefällen auch an einer herkömmlichen „Schuko“ (Schutz-Kontakt) Haushaltssteckdose aufladen. Das dauert aufgrund der geringen Leistung jedoch bis zu 14 Stunden für eine vollständige Aufladung und ist nicht ganz risikofrei, da das Hausnetz nicht auf einen solch intensiven Dauerbetrieb ausgelegt ist. Schneller und sicherer geht es z. B. an einem dreiphasigen Starkstromanschluss (Drehstrom) mit dem entsprechenden ICCB-Ladekabel.

Schneller mit Wallbox laden

Am schnellsten und sichersten laden Sie Ihr Elektroauto aber mit einer wandmontierten Ladestation, welche auch „Wallbox“ genannt wird. Verschiedenste Anbieter haben auf dem deutschen Markt Wallboxen mit unterschiedlichen Leistungen und Funktionalitäten im Angebot. So können Sie Ihr Elektroauto über eine Wallbox (inkl. Stromspeicher) auch mit dem Solarstrom aus einer eigenen Photovoltaik-Anlage aufladen. Eine volle Aufladung dauert an einer Wallbox im Durchschnitt etwa 9 Stunden.

Mit Photovoltaik, Speicher und Wallbox laden

Wenn Sie eine Photovoltaik-Anlage besitzen und Ihr Elektroauto mit dem eigenen Solarstrom aufladen möchten, dann gibt es auch dafür mittlerweile die entsprechende Technik. Mit einer speziellen Wallbox inkl. Stromspeicher können Sie Elektroauto und Solaranlage verbinden und so noch mehr von Ihrem günstigen Solarstrom profitieren. Schließlich laden Sie Ihr Auto nicht nur „kostenlos“ und umweltfreundlich auf – Sie steigern auch den Eigenverbrauch (und somit die Wirtschaftlichkeit) Ihrer Photovoltaik-Anlage.

 

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Elektroauto bei einer Mietwohnung aufladen

Personen die eine eigene Garage zur Verfügung haben können ihr Elektroauto ohne Probleme per Wallbox direkt zu Hause aufladen. Doch wie sieht das bei einer Mietwohnung oder einer gemieteten Garage aus? Schließlich gibt es nicht in allen Städten ausreichend Ladestationen, und der örtliche Anbieter ist in einigen Fällen sogar teurer als das eigene Aufladen. Für Menschen welche außerhalb der großen Städte leben gibt es häufig gar keine Stellplätze mit Lademöglichkeit in erreichbarer Nähe zur Wohnung. In diesen Fällen muss eine andere Lösung gefunden werden.

Rechte und Pflichten als Mieter

Die Installation einer Wallbox (z. B. in einer Tiefgarage) kann wie eine simple Lösung erscheinen – aber Sie müssen sich Ihrer Rechte und Pflichten als Mieter bewusst sein. Der Einbau einer Ladestation in Wandmontage zählt als bauliche Veränderung am Eigentum und muss definitiv mit dem Vermieter bzw. mit der Hausverwaltung abgesprochen werden. Wenn der Vermieter kein Interesse an Ihrem Anliegen zeigt, stehen die Chancen aktuell eher schlecht. Das Mietrecht umfasst in 2020 leider noch keinen Anspruch auf eine Ladestation für Elektroautos.

Lösungen aus der Praxis

Wenn Vermieter und Hausverwaltung zustimmen, steht der Installation von Wallboxen an geschützten Stellplätzen eigentlich nichts im Weg. In der Praxis werden die Kosten dann meist zwischen Mieter und Vermieter aufgeteilt und ein Fachbetrieb mit der Installation und Inbetriebnahme der Wallboxen beauftragt. Alternativ können Sie sich über öffentliche Ladestationen in Ihrer Nähe informieren. Keine wirkliche Alternative ist hingegen das regelmäßige Aufladen über eine normale Steckdose. Diese sind nicht darauf ausgelegt, über mehrere Stunden große Strommengen abzugeben, und können schnell überhitzen.

Unterwegs an Stromtankstellen laden

Wer viel unterwegs ist, in den Urlaub verreist oder das Elektroauto nicht zu Hause aufladen möchte, der/die kann auf eine der mittlerweile über 10.000 in Deutschland gemeldeten öffentlichen Stromtankstelle zurückgreifen. Dabei gilt es zu beachten, dass die Stromtankstellen-Infrastruktur in Deutschland nicht gleichmäßig oder flächendeckend ausgebaut ist. Gerade außerhalb der großen Städte und in den östlichen Bundesländern müssen Sie Ihre Fahrstrecke deshalb gut durchplanen.

Von kostenlosen Aufladungen über Ladekarten bis zu eigenen Apps und Ladeschlüsseln gibt es diverse Bezahlmethoden für Stromtankstellen. Mit ADAC e-Charge oder dem Chargemap Pass können Sie z. B. europaweit auf ein großes Netzwerk von Stromtankstellen zugreifen. Die Preise pro Kilowattstunde sind häufig betreiberabhängig, können aber je nach Anbieter auch pauschal festgelegt werden. Die günstigsten Tarife beginnen bei 6 Euro pro Aufladung oder 30 Cent pro Kilowattstunde.

Ladekarten und Apps zur Freischaltung

Die Stromtankstellen von verschiedenen Anbietern lassen sich auf unterschiedliche Weisen entsperren. Viele benötigen bestimmte Ladekarten oder Apps, um die Ladestationen nutzen zu können. Die Ladekarten vom ADAC und von Chargemap ermöglichen z. B. den Zugriff auf ein europaweites Netzwerk an Stromtankstellen. Es gibt aber auch kleinere nationale oder sogar regionale und städtische Anbieter für Ladekarten und Apps. Die Kosten variieren hier von Anbieter zu Anbieter und beginnen bei etwa 6 Euro pro Aufladung.

Die schnellsten und besten Ladestationen

Die beste Ladestation per se lässt sich nicht so einfach festlegen, denn es kommt immer auch auf Ihre konkreten Ansprüche an. Am schnellsten laden Sie Ihr Elektroauto am Tesla Supercharger, welcher das Fahrzeug mit einer Leistung von 120 Kilowatt innerhalb von 30 Minuten aufladen kann. Dafür bezahlen Sie hier auch bis zu 20 Euro für eine vollständige Aufladung und somit mehr als den doppelten Preis im Vergleich zu einer normalen Stromtankstelle (wo die günstigsten Tarife ab 6 Euro pro Aufladung beginnen können). Noch günstiger tanken Sie nur an der heimischen Wallbox mit dem Solarstrom aus der eigenen Photovoltaik-Anlage. Dafür kann der Ladeprozess dann aber auch bis zu 9 Stunden dauern.

Kostenlose Stromtankstellen finden

Nicht alle Stromtankstellen und Ladestationen sind kostenpflichtig. So bieten z. B. einige Supermarktketten in Deutschland kostenlose Ladestationen für ihre Kunden an. Auch der US-Autohersteller Tesla ermöglicht seinen Kunden eine kostenlose Aufladung an den eigenen Ladesäulen. Am besten können Sie kostenlose Stromtankstellen online oder per App finden – der Anbieter „GoingElectric“ stellt eine umfangreiche Online-Karte zur Verfügung, welche das gesamte Angebot in Europa erfasst.

Elektroautos mit Photovoltaik-Dach

Elektroautos mit einer eigenen Photovoltaik-Anlage auf dem Fahrzeugdach mögen zunächst wie eine geniale Entwicklung erscheinen – aber obwohl es bereits Prototypen gibt, sind die Hürden in der Praxis noch sehr groß. Schließlich sind Elektroautos bereits mit großen Akkus und diverser Technik ausgestattet, sodass kaum freier Stauraum bleibt. Eine ganze Photovoltaik-Anlage inkl. Verkabelung und Co. findet da aktuell keinen Platz. Bevor sich Ihr Elektroauto also von selbst auflädt, müssen die Hersteller noch einiges an Entwicklung betreiben. Ein Solarcarport oder eine Wallbox mit Stromspeicher und Photovoltaik-Anlage können hier eine gute Alternative sein.

Tipps und Erfahrungen

Personen, die sich 2020 für Elektroautos interessieren finden online einen umfangreichen Bestand von Erfahrungen und Tipps in Form von Videos, Blogs, Tests und mehr. Dabei werden alle Themen rund um das Elektroauto behandelt, sodass eigentlich keine Fragen offen bleiben sollten.

 

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