Bild: Photovoltaik-Rekordmonat Juni 2021

 

Neuer Photovoltaik-Rekord im Juni 2021

Im Juni 2021 wurden in Deutschland 7,8 Milliarden Kilowattstunden Solarstrom durch Photovoltaik-Anlagen produziert. Noch nie zuvor wurde innerhalb eines Monats so viel Strom durch Solaranlagen erzeugt. Das ergaben Berechnungen des BDEW und des ZSW Baden-Würtemberg. Der Weg zur Klimaneutralität bis 2045 ist trotzdem noch weit.

Solar-Strom erreicht neuen Höchstwert

Viel Sonne und der zunehmende Ausbau von Photovoltaik-Anlagen haben im Juni 2021 dazu geführt, dass ein neuer Höchstwert bei der Stromerzeugung durch Solarenergie in Deutschland erreicht wurde. Das zeigen aktuelle Berechnungen des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) und des Zentrums für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg (ZSW).

Im Monat Juni 2021 wurden laut BDEW 7,8 Milliarden Kilowattstunden Solarstrom durch Photovoltaik-Anlagen erzeugt. Das sind elf Prozent mehr als im bislang PV-stärksten Monat, dem Juni 2019. Damals wurden 7,0 Milliarden Kilowattstunden Strom aus Solaranlagen erzeugt. Somit konnte im neuen Rekordmonat deutlich mehr Energie durch Photovoltaik bereitgestellt werden, als noch vor zwei Jahren. Der Ausbau von Photovoltaik in Deutschland muss dennoch weiter an Tempo zulegen, um die Klimaziele bis 2045 zu erreichen.

Wo kommt unser Strom her?

Die Verwendung erneuerbarer Energien wie Photovoltaik ist einer von vielen wichtigen Faktoren, um die Energiewende in Deutschland voranzubringen. Rund ein Viertel unseres gesamten Energieverbrauchs entfallen auf die Nutzung elektrischer Energie. Aufgrund der Corona Pandemie sind viele Menschen nun noch mehr zuhause, arbeiten im Home-Office und verbrauchen mehr Strom.

Grafik: Gesamte Stromerzeugung in Deutschland im Juni 2021

Im Juni 2021 lag die gesamte Stromerzeugung laut Bundesnetzagentur bei 39,9 Terawattstunden. Das entspricht acht Prozent mehr im Vergleich zum Vorjahr. Aktuell machen Stein- und Braunkohle mit knapp 25 Prozent noch immer den größten Anteil in der Stromerzeugung aus, gefolgt von Photovoltaik mit rund 20 Prozent.

Auf Platz Drei und Vier liegen mit 13,7 % und 12,2 % Kernenergie und Windkraft. Aber auch Erdgas hat bei der Stromerzeugung im Juni 2021 mit 12,0 % einen relativ großen Anteil ausgemacht. Das Ausbaupotential in Richtung erneuerbare Energien ist dementsprechend groß.

Bild: Anteile erneuerbare Energien am Energieverbrauch im Juni 2021

Energiewende braucht Photovoltaik

Wenn man sich die Verteilung der Stromerzeugung im vergangenen Monat im Detail anschaut, zeigt sich, dass insgesamt schon fast die Hälfte des produzierten Stroms aus erneuerbaren Energien stammt. Fasst man Photovoltaik, Windenergie, Wasserkraft und Biomasse zusammen, haben diese im Juni 2021 knapp 45 Prozent der Energie bereitgestellt. Von diesen 45 Prozent machte Photovoltaik im letzten Monat mit 43 Prozent den größten Anteil unter den erneuerbaren Energien aus.

Auf Platz zwei liegt Windkraft (Offshore und Onshore) mit 26,64 Prozent, dicht gefolgt von Biomasse mit 19,66 Prozent. Damit war Photovoltaik im Juni 2021 mit Abstand wichtigster Bestandteil bei der Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien. Der neue Monatsrekord ist ein wichtiges Zeichen in Richtung weiteren Zuwachs an Solarenergie.

Trotz Rekord - PV-Ausbau muss an Tempo zulegen

Trotz des neuen Photovoltaik-Rekords ist noch ein erheblicher Photovoltaik-Ausbau notwendig, um bis 2045 die gewünschte Klimaneutralität zu erreichen. Laut Angaben des BDEW müsste die bis heute in Deutschland installierte Photovoltaik Leistung von 50 Gigawatt bis 2030 verdreifacht werden, um die Klimaschutzziele zu erreichen. Das entspricht einem jährlichen Zubau von circa 10 Gigawatt.

Für die Vorsitzende des BDEW, Kerstin Andreae, ist dieses Ziel durchaus erreichbar, wenn die Bedingungen stimmen: „100 GW Photovoltaik in nur einem Jahrzehnt zuzubauen, erfordert einen nie dagewesenen PV-Boom. Das Ziel ist aber erreichbar, wenn die Politik jetzt die richtigen Hebel in Bewegung setzt“. Dafür müssten zunächst einmal die bürokratischen Hürden rund um den Bau und die Nutzung von PV-Anlagen deutlich reduziert werden.

Daneben werden auch mehr Flächen benötigt - Bund und Länder müssen also mehr freie Flächen zur Verfügung stellen, um das Ziel zu erreichen. Innovative Konzepte wie Floatingparks (schwimmende PV-Anlagen) oder Agri-PV bieten hier vielfältige Möglichkeiten. Denkbar wäre auch eine PV-Pflicht für öffentliche Neubauten. Darüber hinaus müssen bestehende Dächer von Wohn- und Gewerbegebäuden noch viel mehr genutzt werden. Dafür müssen noch mehr finanzielle Anreize zum Bau von Photovoltaik-Anlagen geschaffen werden, sowohl für Bürger als auch für Unternehmen.

Energiewende für Alle: PV-Ausbau möglich machen

Mittlerweile kann auf nahezu jedem Dach eine Solaranlage installiert werden und die Kraft der Sonne zur Stromerzeugung genutzt werden. Jede PV-Anlage hilft dabei, die Stromerzeugung in Deutschland grüner und sauberer zu machen und auf erneuerbare Energien umzustellen. Das kann allerdings nur funktionieren, wenn es sich auch jeder leisten kann, an der Energiewende teilzuhaben.

Hohe Anschaffungskosten hindern aktuell noch viele, insbesondere junge, Eigenheimbesitzer:innen daran, eine PV-Anlage anzuschaffen. Wir von DZ-4 versuchen täglich durch unsere Arbeit, Solarenergie auch für Menschen zugänglich zu machen, die nicht das nötige Kapital für eine eigene Photovoltaik-Anlage haben. Mit unserem PV-Mietmodell bieten wir so z. B. auch jungen Familien die Chance einen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten.

Autor
DZ-4 Team
Beitrag aus dem DZ-4 Team
Unsere Kolleg:innen berichten aus ihren Fachbereichen, von ihren Erfahrungen und dem, was sie bewegt.

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