2020: Rekordjahr für Erneuerbare Energien und die Photovoltaik
Energiewende & Zukunft

2020: Ein Rekordjahr für die Energiewende

2020 war ein Rekordjahr für die erneuerbaren Energien. Zum ersten Mal überhaupt stammte mehr als die Hälfte des in Deutschland produzierten Stroms aus erneuerbaren Quellen. Insgesamt kamen 51 Prozent der Energie aus Windkraft, Photovoltaik, Biomasse oder Wasserkraft. Demgegenüber stehen 49 Prozent aus fossilen Quellen oder Kernkraft, wie die Daten des Fraunhofer ISE zeigen. Damit ist ein wichtiger Meilenstein für die Energiewende erreicht.

Die wichtigste Energiequelle war 2020 die Windkraft, die allein mehr als ein Viertel der Energie ausmachte. Doch auch der Anteil der Photovoltaik am Strommix beträgt über zehn Prozent, womit die Solarenergie weiter an Wichtigkeit gewonnen und im Vergleich zum Vorjahr über einen Prozentpunkt zugelegt hat.

Erneuerbare Energien im Strommix 2020. Grafik: Strom-Report

Infografik "Strommix 2020: Stromerzeugung in Deutschland [Netto]" von strom-report.de

 

Wie hat sich der Photovoltaik-Markt entwickelt?

2020 wurden in Deutschland 51 Terrawattstunden Solarenergie produziert. Das sind 6,7 Prozent mehr als 2019. Hier waren es 48 Terrawattstunden. Dieser Anstieg ist zum Teil auf die außergewöhnlich vielen Sonnenstunden im Jahr 2020 zurückzuführen. Der Frühling war so sonnig wie noch kein anderer Frühling seit Beginn der Aufzeichnungen, was die Rekordwerte unterstützt hat. Doch natürlich trägt auch der Ausbau der Photovoltaik-Kapazität in Deutschland zum wachsenden Anteil bei. Um die 4,4 Gigawatt PV-Leistung wurden allein bis November 2020 zugebaut. Dazu zählen  nicht nur große Solarparks, sondern auch die vielen kleinen Solaranlagen auf den Dächern von Einfamilienhäusern und Doppelhaushälften, die jedes Jahr dazukommen. Somit trägt auch jede einzelne DZ-4 Solaranlage dazu bei, den deutschen Energiemarkt etwas grüner zu machen.

Die maximale Solarstromproduktion gab es  am 1. Juni 2020 mittags um 13 Uhr: 37,2 Gigawattstunden wurden deutschlandweit produziert. In dieser einen Stunde stammten 56 Prozent der gesamten Stromerzeugung in Deutschland aus Photovoltaik. Dieser Wert deckt sich mit den Erfahrungen unserer Kund:innen aus den Sommermonaten: Der Juni ist ein so starker Solar-Monat gewesen, dass einige unserer Kund:innen in dieser Zeit nahezu vollständig autark waren und mit Solaranlage und Stromspeicher fast ausschließlich mit ihrem selbst produzierten Solarstrom auskamen.

Vorschaubild: DZ-4 Gründer Tobias Schütt über die Entwicklung des Solarmarkts

Wie entwickelt sich der Solarmarkt? In diesem Video spricht DZ-4 Gründer Tobias Schütt über die aktuellen Entwicklungen.

Erneuerbare Energien: Einfluss der Corona-Krise

Auch die Corona-Krise hatte 2020 Auswirkungen auf den Strommix. Während des ersten Lockdowns im Frühjahr wurde weniger Strom verbraucht als in den Vorjahren zu dieser Jahreszeit – dies wirkte sich zugunsten der Erneuerbaren Energien aus. Denn, wenn mehr Strom produziert, als nachgefragt wird, wird Ökostrom aus erneuerbaren Quellen bevorzugt eingespeist und der Strom aus anderen Quellen lässt sich nicht mehr zu einem rentablen Preis verkaufen. Das erklärt den Rückgang der Kohlekraft. Einige Kohleproduzenten haben aus diesem Grund zeitweise ihre Produktion gedrosselt.

Energieträger inkl. der erneuerbaren Energien in 2020. Quelle: Strom-Report

Infografik "Strommix 2020: Stromerzeugung in Deutschland [Netto]" von strom-report.de

 

Fazit: Die Energiewende beschleunigen

Die 50-Prozent-Marke zu überschreiten und mehr erneuerbare als fossile Energie im Strommix zu haben, ist ein ermutigendes Signal für alle, die sich eine Energiewende wünschen. Es zeigt sich, dass erneuerbare Energien den fossilen Energiequellen ernsthaft Konkurrenz machen und sich wichtige Marktanteile sichern. Die Richtung stimmt also – doch wir haben an Tempo verloren. Wurden in den Spitzenjahren 2010-2012 jährlich mehr als sieben Gigawatt Photovoltaikleistung zugebaut, waren es im letzten Jahr „nur“ 4,4 Gigawatt. Um dem Klimawandel entgegenzuwirken muss der Ausbau der erneuerbaren Energien wieder Fahrt aufnehmen. Statistiken zeigen, dass die durchschnittliche Lufttemperatur in Deutschland bereits merklich gestiegen ist. Der Klimawandel ist kein Zukunftsszenario mehr, sondern hat bereits Einzug gehalten. Der Wettlauf gegen die Zeit hat begonnen und erfordert weit mehr als einen Ökostrom-Anteil, der jedes Jahr um nur wenige Prozentpunkte zunimmt,

Deswegen brauchen wir politische Regelungen und ein Erneuerbares Energien Gesetz, das den Photovoltaik-Ausbau unterstützt und finanziell ermöglicht. Auf vielen Dächern in Deutschland schlummert noch ungenutztes Solar-Potenzial. Um es schnellstmöglich auszuschöpfen, muss die Politik einfache Lösungen für Solarprojekte schaffen, bürokratische Hürden abbauen und die Solar- und Windbranche weiter fördern.

Autor
DZ-4 Team
Beitrag aus dem DZ-4 Team
Unsere Kolleg:innen berichten aus ihren Fachbereichen, von ihren Erfahrungen und dem, was sie bewegt.

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