Einblicke & Erfahrungen

Zur aktuellen Lage: Solaranlagen-Bau trotz Corona-Krise?

Die Unsicherheit ist groß: Zahlreiche Hersteller von Bauteilen für Solaranlagen sind in China ansässig, wo in den letzten Monaten in vielen Branchen der Produktionsbetrieb massiv heruntergefahren oder sogar gänzlich gestoppt werden musste. Hinzu kommt die Sorge um die Lieferketten und die Frage, ob die Solaranlagen-Komponenten bis zu den Installationsbetrieben in Deutschland kommen. Und darüber hinaus: Können Solaranlagen in der aktuellen Ausnahmesituation überhaupt installiert werden? Wir stehen in engem Austausch mit unserem bundesweiten Netzwerk an Errichtungsfachbetrieben und haben Ihnen hier die wichtigsten Hintergründe zur Einordnung der aktuellen Situation zusammengestellt.

 

Die Lieferfähigkeit der Bauteile ist grundsätzlich gewährleistet

Seit Jahresbeginn ist die kundenseitige Nachfrage nach Solaranlagen ungebremst hoch. Während Wechselrichter und einige Speicher noch in Europa produziert werden, stammen die Solarmodule überwiegend aus China, wo zu Beginn des Jahres die Produktion nur eingeschränkt möglich war. Bereits Ende Februar zog diese jedoch wieder an und läuft seit März bei einigen großen Herstellen sogar wieder auf 100 Prozent. Derzeit signalisieren die deutschen Großhändler, dass die Lagerbestände gering sind, allerdings bei fehlenden Wunschkomponenten auf Ware mit vergleichbarer Qualität und Leistung ausgewichen werden kann. Durch Sicherheitsmaßnahmen zum Schutz der Lagerarbeiter kann es bei Großhändlern jedoch zu zeitlichen Verzögerungen bei der Auslieferung kommen. 

Ein Thema, das sich bereits länger abzeichnet, sind Engpässe bei der Verfügbarkeit von Batteriespeichern, insbesondere den darin verbauten und vorrangig in China produzierten Lithium-IonenSpeichermodulen. Verursacht werden diese nicht primär durch die Corona-Krise, sondern vor allem durch das weltweite Anziehen der Elektromobilitäts-Branche und dem steigenden Bedarf an Lithium-Ionen-Batterien.

Zusammengefasst lässt sich festhalten, dass die Verfügbarkeit von Bauteilen mit Einschränkungen derzeit gegeben ist und die Produktion überwiegend weiterläuft, es aber – gerade bei Speichern – aufgrund der hohen Nachfrage, Auftragsstau und Sicherheitsvorkehrungen im Logistik-Prozess zeitweise zu Lieferverzögerungen kommen kann.

 

Solaranlagen-Bau läuft weiter – Verzögerungen möglich

Insbesondere im Privatkundensegment werden Solaranlagen auf deutschen Eigenheimen weiterhin gebaut, berichtet das Fachmagazin pv magazine am 27. März. Weder die Verfügbarkeit der Bauteile noch die seit Ende März geltenden Einschränkungen der Bundesregierung behindern die Arbeit der Installateure insoweit, als dass diese ihren Betrieb vollständig einstellen müssten. Auch da bei der Solaranlageninstallation die meisten Arbeiten auf dem Dach stattfinden bzw. bei den Innen-Arbeiten der erforderliche Mindestabstand eingehalten werden kann, gilt es keine besonders aufwändigen Vorkehrungen zu treffen, um die Gesundheit von Kunden/innen und Mitarbeiter/innen zu schützen. Allerdings stehen insbesondere kleine Handwerksbetriebe vor der Herausforderung, Krankheitsausfälle, Kurzarbeit und die Beschaffung finanzieller Mittel als zusätzliche Belastungen abzufangen, was vereinzelt zum Pausieren der Bautätigkeiten führen kann.

Auch die DZ-4 Errichtungspartner können ihrer Bautätigkeit derzeit noch überwiegend nachkommen. Bedingt durch die Corona-Krise kann es aktuell allerdings wie beschrieben zu Terminverschiebungen vor Baubeginn kommen, wodurch längere Wartezeiten entstehen können. Insbesondere im Falle eines erkrankten Mitarbeiters oder Kunden steht die Gesundheit für uns an erster Stelle und eine Terminverlegung des Baus ist unvermeidbar.

Ein Aspekt, auf den DZ-4 leider keinen Einfluss hat, ist die Arbeitsfähigkeit der über 800 Netzbetreiber in Deutschland. Diese sind für den notwendigen Zählerwechsel und den Anschluss der Solaranlage an das Stromnetz zuständig, was sie zumeist über Subunternehmer durchführen. Das bedeutet, dass sich der Zeitpunkt, ab dem der eigene Solarstrom genutzt werden kann, ggf. verzögern kann. Wir sind jedoch zuversichtlich, dass dies nur temporär zu Einschränkungen führen wird. Außerdem haben DZ-4 Kunden/innen einen entscheidenden Vorteil: Erst wenn der Anschluss der Solaranlage erfolgt ist, beginnt auch die monatliche Mietratenzahlung – es entsteht somit kein wirtschaftlicher Nachteil durch einen späteren Netzanschluss.

 

Solaranlagen für das Eigenheim: Nachfrage weiterhin hoch

Gerade in Zeiten wie diesen zeigt sich besonders deutlich, dass eine eigene Photovoltaik-Anlage eine sichere und zukunftsfähige Form der Eigenstromversorgung ist. Das sehen nicht nur wir so, sondern das zeigt sich auch durch die weiterhin verhältnismäßig hohe Nachfrage am Markt. Als Reaktion hierauf haben wir in den vergangenen zwei Wochen unsere Beratungsleistung digitalisiert, um Interessenten/innen auch jetzt individuell und persönlich beraten zu können. Per Videochat bieten wir die Solaranlagenberatung jetzt auch vollständig kontaktlos an. Selbstverständlich besteht immer noch die Möglichkeit, Vor-Ort-Termine mit unseren regionalen Beratern zu vereinbaren und unter Einhaltung der aktuell erforderlichen Hygiene- und Distanzmaßnahmen, zuhause beraten zu werden.

Wir bei DZ-4 nehmen die Situation sehr ernst und bewerten die Veränderungen jeden Tag aufs Neue, um unseren Interessenten/innen auch weiterhin den Start Ihrer persönlichen Energiewende zu ermöglichen. Denn aller Widrigkeiten zum Trotz gibt es aktuell keine Anzeichen, die gegen eine positive Entwicklung des Photovoltaik-Marktes sprechen. DZ-4 hat ein gutes Produkt und ein starkes, über die gesamte Bundesrepublik verteiltes Installationsnetzwerk, das auch gerade in der Krise eng zusammensteht und uns optimistisch in die Zukunft blicken lässt.


~ Ein Beitrag von Janik Reitel, DZ-4 Leiter Technik und Einkauf

 

 

Autor
DZ-4 Team
Beitrag aus dem DZ-4 Team
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