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Netzstrom wird teurer – 5 Tipps wie Sie mit Ihrer Solaranlage noch mehr sparen

Für 2019 haben zahlreiche Energieversorger deutliche Preiserhöhungen angekündigt. Vier bis fünf Prozent mehr sollen die Verbraucher pro Kilowattstunde zahlen. Auf einen Dreipersonenhaushalt mit einem durchschnittlichen Stromverbrauch von viertausend Kilowattstunden kommen damit rund 55 Euro höhere Kosten im Jahr zu. Beste Gelegenheit, mit einer Solaranlage selbst zum Stromproduzenten zu werden und sich unabhängig von Stromanbietern und Preiserhöhungen zu machen. Denn wenn Sie eine Solaranlage betreiben, betreffen steigende Netzstromkosten zukünftig nur noch Ihre Reststromversorgung und haben eine viel geringere Auswirkung auf die Höhe Ihrer jährlichen Stromrechnung. Darüber hinaus haben Sie mit ein paar wenigen Kniffen immer die Möglichkeit, noch ein bisschen mehr aus Ihrer Solaranlage rauszuholen und Ihre Energiekosten noch weiter zu reduzieren: 

Tipp 1: Verbrauchen Sie Ihren Solarstrom möglichst selbst

Haben Sie sich für eine Photovoltaikanlage für Ihr Eigenheim entschieden, lohnt es sich, möglichst viel des produzierten Sonnenstroms auch selbst im eigenen Haushalt zu verbrauchen. Denn Ihr Energieversorger berechnet Ihnen für jede kWh Strom aus dem Netz ca. 29 Cent. Wenn Sie Ihren grünen Sonnenstrom ins Netz einspeisen und quasi an den Energieversorger verkaufen, bekommen Sie dafür gerade einmal 11,7 Cent im Rahmen Ihrer gesetzlich festgeschriebenen Einspeisevergütung. Kurz gesagt: Selbst produzierter Sonnenstrom ist deutlich günstiger als Strom aus dem Netz und gleichzeitig mehr wert als die Einspeisevergütung, die Sie dafür erhalten. Es ist für Sie also profitabler, Ihren Solarstrom selbst zu verbrauchen, anstatt ihn zu verkaufen.

Tipp 2: Kennen Sie die Lieblingszeiten Ihrer Solaranlage 

Jedes Dach und jedes Umfeld einer Solaranlage ist anders. Das bedeutet, dass auch der Zeitpunkt, zu dem eine Solaranlage den meisten Strom produziert, immer variiert. Bei einem idealen Süddach wird die Mittagszeit, zu der die Sonne am höchsten steht, die ertragreichste Zeit sein. Doch bereits ein Baum oder ein Nachbargebäude, das genau zu dieser Zeit einen ungünstigen Schatten auf die Solarmodule wirft, kann den Ertrag mindern und das Zeitfenster, in dem Ihre Anlage am besten läuft, verschieben. 
Ganz anders als die ideale Südanlage verhält sich beispielsweise ein Solarstromsystem, das eine Ost-West-Ausrichtung hat. Denn hier bringt die Solaranlage morgens und abends ihre Höchstleistung. Gerade, wenn Sie tagsüber wenig zuhause sind, verbrauchen Sie den meisten Strom vermutlich unmittelbar nach dem Aufstehen oder abends nach Feierabend – genau dann, wenn Ihre Solaranlage auf Hochtouren läuft. Und wenn Sie Ihre Solaranlage und die Energieverbräuche in Ihrem Haus noch besser kennen lernen wollen, können Sie zusätzlich ein Energiemanagementsystem einsetzen und weitere Optimierungspotenziale heben. 

Tipp 3: Synchronisieren Sie Ihre Stromfresser mit der Solaranlage

Am meisten sparen Sie, wenn sie stromfressende Verbraucher wie den Wäschetrockner oder die Geschirrspülmaschine dann anwerfen, wenn Ihre Solaranlage gerade günstigen und grünen Sonnenstrom produziert. Dafür müssen Sie jedoch nicht zwingend zuhause sitzen und auf sonnige Stunden warten. Viele moderne Elektrogeräte besitzen Timer, über die Sie den Betrieb auf die Lieblingszeit Ihrer Solaranlage oder den besonderen sonnigen Tagesabschnitt vorprogrammieren können. So kann die Waschmaschine beispielsweise schon am Mittag mit günstigem Sonnenstrom durchlaufen, während die Sonne scheint und Sie noch auf der Arbeit sind. Damit haben Sie bares Geld gespart und die Wäsche schon erledigt, bevor Sie nach Hause kommen. Bei Geräten, die keine Möglichkeit der Vorausplanung haben, kann man sich mit einem kleinen Trick behelfen und eine Zeitschaltuhr dazwischenschalten. Das Ergebnis ist das gleiche und das Sparpotenzial enorm.

Tipp 4: Mit der Energiewende auch gleich die Wärmewende anstoßen 

Um dem Klimawandel entgegenzuwirken, reicht es nicht, nur bei der Stromproduktion auf erneuerbare Energien zu setzen. Es braucht auch neue Wärmekonzepte. Umso besser, dass sich beides kombinieren und es sich dabei auch noch sparen lässt. Wenn Sie Ihren Haushalt beispielsweise mit einer strombetriebenen Wärmepumpe auf Ihre Wohlfühltemperatur bringen, können Sie diese wunderbar mit Ihrer Solarstromanlage koppeln. Damit setzen Sie nicht nur auf modernste und nachhaltige Heiztechnik, sondern erhöhen gleichzeitig Ihren Eigenverbrauch und können noch mehr Ihres günstigen Solarstroms direkt selbst verbrauchen.

Tipp 5: Machen Sie sich mit einem Batteriespeicher noch autarker

Für die maximale Unabhängigkeit von Ihrem Netzbetreiber und steigenden Stromkosten haben Sie die Möglichkeit, Ihre Solaranlage mit einem Speicher zu kombinieren. Bevor Sie den Strom, den Sie tagsüber nicht verbrauchen, zu schlechten Konditionen in das Netz einspeisen, können Sie diesen speichern und dann nutzen, wenn gerade einmal nicht die Sonne scheint. Über das ganze Jahr gesehen erreichen Sie mit der Kombination aus Solaranlage und Batteriespeicher eine Autarkie von bis zu 70 Prozent. Bedeutet, dass Sie nur noch 30 Prozent Ihres Jahresstromverbrauchs überhaupt extern dazukaufen müssen. 

Autor
Sabrina - DZ-4 Solarblog
Beitrag von Sabrina
Sabrina ist seit 2017 DZ-4-lerin, Kommunikations-Profi und Energiewende-Enthusiastin.

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